Sintra, Glorious Eden

Sempre gostara muito de Sintra! Logo ao entrar, os arvoredos escuros e murmurosos do Ramalhão lhe davam uma melancolia feliz! (Eça de Queiroz)

... auf der Straße nach Sintra, immer näher an Sintra, auf der Straße nach Sintra, immer ferner mir selbst (Fernando Pessoa)

Geschichte

Sintra gehörte zu Olisiponensis und hatte deswegen wie Lissabon die Rechte eines Municipium Romanum.

Sintra erstreckte sich vom Cabo da Roca, dem Heiligen Vorgebirge, bis Paço das Ilhas, vier Kilometer nördlich von Ericeira.

Über die gesamte Region lagen verstreute Villae, von denen wahrscheinlich die in Santo André de Almoçageme, die westlichste römische Siedlung in Europa, zu den bedeutsamsten Orten gezählt hat.

Die Bevölkerung lebte von Ackerbau und Viehzucht.

Die meisten Funde wurde in der Gegend von S. Miguel de Odrinhas gemacht, ingesamt können in der Region aber mehr als vierzig Fundstellen verzeichnet werden.

Was Sintra angeht, so war die Serra de Sintra als Heiliger Berg (Mons Sacer) bekannt. Und von Sintra scheint ein gewisse Faszination auf fast sämtliche römische Autoren ausgegangen zu sein. Bei Plinius, Varro, Claudius Ptolemäus, Strabo, Marcianus von Herakleia und Silius Italicus wird der geheimnisvolle Ort im Westen Europas erwähnt.

Von Silius Italicus, in seinem epischen Gedicht über den Zweiten Punischen Krieg, ist die bekannte Legende überliefert, nach der es in dieser Gegend der Wind ist, der die Stuten befruchtete, die kleine kräftige Pfohlen gebären würden. Allerdings ist das ein Mythos, der sicher nicht ursprünglich aus Sintra stammt, sondern in vielen Gegenden, die sich durch ihre Fruchtbarkeit auszeichneten, erzählt wurde.

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Bevor Estoril und Cascais zu den neuen Lieblingsplätzen der High Soociety wurden, war Sintra lange Zeit der bevorzugte Schauplatz mondänen Lebens.

In den heißen Sommermonaten bezog eine kleine Welt, die sich aus den alltäglichen Geschäften in Politik und Wirtschaft kannte, ihre Sommerhäuser oder mietete sich in den Hotels am Ort an.

Einheimische und ausländische Sommerurlauber zogen den kühlen Ort im Schatten der Serra de Sintra der sonnigen Küste vor.

Sintra war zunächst ein aristokratisches Refugium.

Die touristische Entdeckung Sintra ist das das Verdienst englischer Aristokraten, Geschäftsleute und Künstler, deren bekanntester wahrscheinlich Lord Byron ist.

Obligatorisch war zu dieser Zeit ein Ausflug nach Pena, nicht per Kutsche, sondern auf dem Rücken eines Esels. In Colares konnte man eine Bootspartie unternehmen. Und natürlich durfte ein Päckchen mit Queijadas da Sapa, dem königlichen Hoflieferanten dieser Leckerei, weniger als Andenken, sondern als gleichsam krönendes Symbol eines Aufenthalts in Sintra nicht fehlen.

Spaziergänge zur Duche oder nach Penha Verde, oder bis nach Peninha.

In S. Pedro befanden sich die Quintas des Marquês de Vianna und des Marquês de Vallada.

Am Nachmittag ging man in Seteais spazieren. Auf der Terrasse des Hotels Victor sah man Intellektuelle wie Eça de Queiroz, Julio Cesar Machado und José Duarte Ramalho Ortigão nach dem Mittagsmahl plaudern.

Heute ist dieses zur Schau gestellte Leben fast vollständig verschwunden. Prominenz und Reichtum hat sich, vor öffenlicher Neugierde geschützt, hinter die romantischen Mauern und elektronisch gesicherten Tore ihrer Quintas zurückgezogen.

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Nach dem Ende des Bürgerkriegs (1834) erlebt Sintra eine historische Wiedergeburt im Zeichen der Romantik. Ort und Gebirge wurden zur Bühne, die wie kaum eine andere des Landes geeignet war, romantische Ideen zu verkörpern. In Sintra konnte lebendig und ins Werk gesetzt werden, wovon andernorts nur geträumt wurde.

Symbol dieser Epoche wurde das Schloss von Pena. 1838 hatte König Dom Fernando II. das alte und bereits verfallene Kloster Nossa Senhora da Pena für die Krone erworben; zwei Jahre später, 1840, begann der Bau an dem phantastischen Traumschloss, das an die Stelle der Einsiedelei treten sollte. Beschworen wurden in diesem Bau alle Geister der Kunstgeschichte, so sie nur dem neuen Eklektizismus verpflichtet werden konnten.

Einsamkeit wurde jetzt zur romantischen Geste; die romantische Topografie ließ Orte des religiösen und spirituellen Rückzugs von der Welt verschwinden, verzeichnet wurde auf den neuen Karten dieser imaginären Landschaften nur, was auch, obwohl so verlassen gelegen wie möglich, gefunden werden konnte. Einsamkeit musste entdeckt und gesehen werden können, isolierte Lagen wurden deswegen hinsichtlich ihres Schauwerts und als Effekt von Sichtachsen inszeniert.

(Das gilt natürlich auch für den neuen Typus des romantischen Künstlers. Der romantische Einzelgänger will in seiner Isolierung bewundert werden, darin liegt die schwer erträgliche Eitelkeit dieser Bewegung. Der romantische Künstler steht immer nur so weit außerhalb der Gesellschaft wie er nicht aus ihrem Blick gerät. Der outsider kann so zum neuen Helden der Gesellschaft werden.)

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