Sintra, Glorious Eden

Sempre gostara muito de Sintra! Logo ao entrar, os arvoredos escuros e murmurosos do Ramalhão lhe davam uma melancolia feliz! (Eça de Queiroz)

... auf der Straße nach Sintra, immer näher an Sintra, auf der Straße nach Sintra, immer ferner mir selbst (Fernando Pessoa)

Notizen aus Sintra

Alfredo Keil hat die Musik der portugiesischen Nationalhymne komponiert, der Text stammt von Henrique Lopes de Mendonça.

Heróis do mar, nobre povo,
Nação valente e imortal,
Levantai hoje de novo
O esplendor de Portugal!
Entre as brumas da memória,
Ó Pátria sente-se a voz
Dos teus egrégios avós,
Que há-de guiar-te à vitória!

Às armas, às armas!
Sobre a terra, sobre o mar,
Às armas, às armas!
Pela Pátria lutar!
Contra os canhões marchar, marchar!

Desfralda a invicta Bandeira,
À luz viva do teu céu!
Brade a Europa à terra inteira:
Portugal não pereceu
Beija o solo teu jucundo
O Oceano, a rugir d’amor,
E teu braço vencedor
Deu mundos novos ao Mundo!

Às armas, às armas!
Sobre a terra, sobre o mar,
Às armas, às armas!
Pela Pátria lutar!
Contra os canhões marchar, marchar!

Saudai o Sol que desponta
Sobre um ridente porvir;
Seja o eco de uma afronta
O sinal do ressurgir.
Raios dessa aurora forte
São como beijos de mãe,
Que nos guardam, nos sustêm,
Contra as injúrias da sorte.

Às armas, às armas!
Sobre a terra, sobre o mar,
Às armas, às armas!
Pela Pátria lutar!
Contra os canhões marchar, marchar!

Die Portugiesische

Helden des Meeres, edles Volk,
Tapfere, unsterbliche Nation,
Richtet heute wieder auf
Die Pracht Portugals!
Aus den Nebeln der Erinnerung,
O Vaterland, ertönt die Stimme
Deiner ehrwürdigen Vorväter,
Die Dich zum Siege führen wird!

Zu den Waffen, zu den Waffen!
Über Land und über See,
Zu den Waffen, zu den Waffen!
Für das Vaterland kämpfen,
Gegen die Kanonen marschieren, marschieren!

Hisse die unbesiegte Flagge
Im lebendigen Licht Deines Himmels!
Rufe es Europa, der ganzen Welt zu:
Portugal ist nicht untergegangen!
Küsse den Boden, deinen heiteren.
Der Ozean, tosend von Liebe,
Und Dein siegreicher Arm
Hat neue Welten der Welt geschenkt!

Zu den Waffen, zu den Waffen!
Über Land und über See,
Zu den Waffen, zu den Waffen!
Für das Vaterland kämpfen,
Gegen die Kanonen marschieren, marschieren!

Grüßt die Sonne, die aufgeht
Über einer lachenden Zukunft;
Sei das Echo einer Beleidigung
Das Signal des Neubeginns.
Die Strahlen dieser kraftvollen Dämmerung
Sind wie die Küsse der Mutter,
Die uns schützen, uns stützen,
Gegen die Ungerechtigkeiten des Glücks.

Zu den Waffen, zu den Waffen!
Über Land und über See,
Zu den Waffen, zu den Waffen!
Für das Vaterland kämpfen,
Gegen die Kanonen marschieren, marschieren!

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Alfredo Keil Henrique Lopes de Mendonça A Portuguesa .

Bekannt geworden ist Alfredo Keil als Komponist der portugiesischen Nationalhymne A Portuguesa.

Als Reaktion auf das Britische Ultimatum im Januar 1890 geschrieben, ist das Lied, das formal sehr deutlich an die Marseillaise erinnert, ein Stück politischer Rhetorik, ein Versuch, den patriotischen Enthusiasmus in der Musik zu konservieren.

Noch unmittelbar in diesem heißen Januar hatte Keil das Lied komponiert; Henrique Lopes de Mendonça verfasste im Haus des Komponisten den Text, in „intimen Einverständnis mit Keil“, wie sich der Autor im Herbst 1910 in einem Zeitungsartikel erinnern sollte.

Das Ultimatum, das der englische Botschafter in Lissabon am 11. Januar stellte, verlangte den unmittelbaren Rückzug der portugiesisischen Expeditionstruppen aus den von England beanspruchten Gebieten in Ostafrika. Und das Ultimatum hatte Erfolg. Die Folge waren politische Unruhen in Portugal, darunter der erste republikanische Aufstand am 31. Januar 1891 in Porto.

Keil hatte prompt auf die politischen Ereignisse reagiert und seine Komposition nicht nur äußerst schnell abgeschlossen, sondern sorgte auch mit einem Druck in hoher Auflage für ihre Verbreitung; ganz ähnlich hat er später als geschickter Stratege den Kult um die Nossa Senhora da Vila Nova da Praia in Praia das Maçãs zu popularisieren gewusst.

Flugblätter, Zeitungsartikel und mit dem Lied beschriftete Fächer kursierten bald im ganzen Land, aus dem Lied war ein Hit geworden. Auf dem Grande Concerte Patriótico, dem Großen Patriotischen Konzert, das am 29. März 1890 im Theater S. Carlos stattfand, empfing der nationale Schlager seine öffentliche Weihe; die Primadonna gab den Ton vor, ein durch Studenten der Hauptstadt verstärkter Chor stimmte ein.

Der Song kam offensichtlich beim Volk an, und auch bei der Politik, so dass sich Keil, der seine vollständige Distanz von politischen Angelegenheiten betonte, schnell über die politische Instrumentalisierung des Liedes beklagte, das als spontaner Aufschrei des Volkes und Aufnahme patriotischer Erweckung gedacht war. Die nationale Erregung sollte nicht nicht durch das politische Gezänk verstimmt werden.

Vor der Revolution war die Aufführung des Marsches verboten.

Vorgeschichte

Nationalhymnen sind bügerliche Erfindungen und als solche der musikalische Sountrack zum Nationalstaat des 19. Jahrhunderts. Ihre Durchsetzung geht einher mit der ideologischen und kulturellen Abdankung der europäischen Monarchien. In Portugal wird das besonders deutlich.

Seit 1826 kennt man in Portugal eine Hymno Patriótico.

Am 13. Mai 1809 wurde die Kantate La Speranza o sia L'Augurio Felice von Antonio Marcos im Teatro São Carlos in Lissabon uraufgeführt. Anlass dieser Premiere war der Geburtstag des Prinzregenten Dom João, der sich allerdings zusammen mit Hof und Regierung im brasilianischen Exil befand.

Als der König nach Portugal zurückgekehrt war, verfasste der Autor des Stücks einen Text und vertonte ihn nach Vorgabe der populären Kantate. Nachdem am 22. September 1822 die Constituição Liberal Portuguesa vom König unterzeichnet wurde, konnte das neue Stück als Hymno Imperial e Constitucional der Verfassung gewidmet werden.

Unter Dom Pedro IV. wurde die Hymne offiziell zur Hymno da Carta und so zur musikalischen Repräsentation der Monarchie.

Hymne der bürgerlichen Revolution

Aber spätestens mit dem Aufstand in Porto vom 31. Januar 1891 wurde Keils Lied zur Melodie des republikanischen Protests gegen die Monarchie.

Und am 5. Oktober 1910 wird die portugiesische Republik dann auch zum Sound dieses Schlagers proklamiert, der wenige Monate später, am 19. Juni 1911, zur offiziellen Hymne erklärt wurde, zu der die rot-grüne Flagge gehisst werden sollte. Nachdem die Republikaner zunächst gegen die Hymne opponiert hatten, war es schliesslich doch zu einer Einigung mit den Monarchisten gekommen.

(Die Tabacaria Costa in der Lissabonner Rua do Ouro 295, die sich rühmte, das älteste Postkartengeschäft des Landes zu sein, verteilte den Text gratis und mit Begleitschreiben an ihre Kunden, um den einheitlichen Vortrag der Hymne zu befördern.)

Im Jahre 1956 wurden von verschieden Seiten Änderungsvorschläge weniger zum Text und zur Melodie als zur Instrumentalbesetzung erhoben. Die Regierung setzte daraufhin eine Kommission ein, um die offizielle Fassung der Hymne "A Portuguesa" festzulegen. Den Kommissionsvorschlag billigte die Regierung am 16.Juli 1957.

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Alfredo Keil Henrique Lopes de Mendonça A Portuguesa .

Nach den starken Regenfällen Ende Februar und Schäden an der Trasse zwischen Ribeira de Sintra und Praia das Maçãs musste die Eléctrico de Sintra wieder einmal den Verkehr einstellen.

Jetzt fährt die Straßenbahn wieder von Sintra bis Ribeira de Sintra (Centro Ciência Viva).

Der Einzelfahrschein für diese Strecke kostet 0,50 €. Kinder bis zu sechs Jahren frei gratis.

Für einen Ausflug lohnen die zehn Minuten Fahrzeit nicht; allerdings kann man recht schön von der Haltestelle in Ribeira de Sintra über den Caminho das Azenhas oder entlang der Estrada do Carvalheiro zu Fuß wieder nach Sintra gelangen.

Und so sah es letztes Jahr im Sommer in Praia das Maçãs aus:

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Straßenbahn .

Alfredo Keil ist ein moderner Kult zu verdanken, dessen Schauplatz Praia das Maçãs bis heute ist.

Denn zugleich mit der Villa Guida entstand 1890 nur wenige Schritte entfernt die Nossa Senhora da Vila Nova da Praia geweihte Kapelle.

Die Hauptfassade ist schmucklos und einfach, ein ovales Fenster ziert den von einem dreieckigen Giebel beschlossenen Eingang. Insgesamt ähnelt der Bau der in Azenhas do Mar gelegenen Capela de São Lourenço. Keil fertigte Konstruktionsskizzen an und hielt auch die Inneneinrichtung im Detail fest. Wahrscheinlich vom Erzbischof aus Lissabon erhielt er einen pedra de ara für den Altar. Die Kapelle wurde mit einem Gedenkgottesdienst für den verstorbenen Vater des Komponisten, Johan Christian Keil, eingeweiht.

Der neue Kult wurde schnell populär. Und Keil entschloss sich, die Kirche für die Bevölkerung zu öffnen. Aus einer Privatveranstaltung wurde schließlich ein Volksfest. Keil hatte die Idee einer jährlichen Prozession, deren Legende sein Freund Henrique Lopes de Mendonça strickte. Das der Nossa Senhora da Vila Nova da Praia gewidmete Gedicht wurde gedruckt (em pegelas) und an die Teilnehmer des Festumzugs verkauft.

[bild:38]

Seit 1893 ist Praia das Maçãs der Schauplatz einer modernen Prozession, die Jahr für Jahr am letzten Sonntag im September stattfindet. Und das religiöse Spektakel, das an die zweihundert Reiter und 100 blumengeschmückte Wagen über die neue Estrada de Praia das Maçãs durch Pinienwälder und an Weinbergen vorbei bis hinunter zum Strand führte, dürfte nicht wenig dazu beigetragen haben, dass der Ort bekannt wurde, wuchs und die Einwohnerzahl beständig stieg.

Nur fünf Jahre nach ihrem Bau musste Keil die Villa Guida wieder verkaufen. Ein Teil des Hauses war eingestürzt und Keil, der ein enormes Vermögen in seine in Praia das Maçãs komponierte Oper Irene gesteckt hatte, konnte vermutlich die Kosten für den Wiederaufbau nicht tragen.

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Alfredo Keil Villa Guida Ermida de Villa Guida .

Bevor sich Keil 1907 auf die Reise nach Nürnberg machte, wo eine Operation auf ihn wartete, in die er wenig Hoffnung investierte, ging er ein letztes Mal auf den Klippen zwischen Praia das Maçãs und Azenhas do Mar spazieren.

Ein Fotografie zeigt den schwer erkrankten Künstler, gestützt von einem Freund, auf dem Weg durch die Landschaft, die er liebte und deren singuläres Bild in seinem Werk festgehalten und überliefert ist.

Ende des 19. Jahrhunderts war Praia das Maçãs eine von Pinienwäldern gesäumte Dünenlandschaft, eine Stunde Fußweg von Colares entfernt. Die Bewohner der Region wussten allerdings den Charme dieses abgelegenen Ortes zu schätzen und besuchten im Sommer gerne den Strand an der Mündung des Rio das Maçãs.

Auf Initiative von Luís de Almeida Albuquerque, Joaquim de Vasconcelos Gusmão und António Maria Chaves wurde 1884 eine Straße gebaut, die von Colares bis an den Strand führte. Und mit der besseren Verkehrsanbindung entstanden 1888/1889 auch die ersten Häuser in Vila Nova da Praia, deren Besitzer Manuel Prego, der Bademeister des Ortes, und der Priester António Matias del Campo waren.

Keil zog mit seiner Familie regelmäßig in die Sommerfrische nach Colares. Zahlreiche Werke aus den 80er Jahren sind Landschaft und Menschen der Region gewidmet.

Aber mehr noch als dem lieblichen und schattigen Colares scheint seine Liebe der rauen und wilden Atlantikküste gegolten zu haben. Bei der Suche nach einem Grundstück fiel seine Wahl auf Vila Nova das Praia; und die nach seiner einzigen Tochter Guida benannte Villa des Künstlers sollte das dritte Haus des Ortes werden.

Der in T-Form errichtete Sommersitz folgt zwar einem Modell, das um die Jahrhundertwende in der Serra de Sintra in Mode war, doch steckt die Schönheit der Villa Guia gerade in seiner bescheidenen und fast zierlichen Erscheinung. Bis auf die Einfassung am Dach fehlt jede Dekoration. Der Haupteingang ist genau so wie der kleine Balkon zum Strand und zu den Klippen hin ausgerichtet. Das Gebäude umfasst drei Stockwerke; das Souterrain wurde zur Aufbewahrung von Geschirr und als Ähnlichem benutzt, der erste Stock diente dem Empfang von Gästen und gesellschaftlichen Ereignisses, das Obergeschoss war nach dem bürgerlichen Geschmack der Zeit der Familie vorbehalten. Die Voluten, die heute unterhalb des Daches zu sehen sind, stammen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, ein Versuch, der Villa einen aristokratischen Ton zu geben.

[bild:39]

Die Grundrisse der Villa stamen aus der Hand von Keil selbst; doch scheint dessen Entwurf aus der Not geboren zu sein. Denn auch von Luigi Manini, dem Freund und Bühnenbildner am Teatro São Carlos in Lissabon, sind Skizzen für das Haus am Praia das Maçãs bekannt. (1888 hatten Keil und Manini gemeinsam an der Inszenierung der Oper Branca gearbeitet.) Das mit seinen mächtigen Fenstern und einem herrschaftlichen Portal an klassizistischen Vorbildern orientierte Projekt des Szenographen fällt allerdings wesentlich monumentaler aus.

Wahrscheinlich waren es finanzielle Gründe, die Keil veranlassten, das Haus nach seinem eigenem Entwurf bauen zu lassen. Einen einen beträchtlichen Teil seines Vermögens hatte er in die Oper Dona Branca investiert, die am 10. März 1888 in Lissabon zur Uraufführung kam; und nach dem Tod seines Vaters fielen dessen Einkünfte aus der Schneiderei aus, so dass Keil nun stärker als bisher die Familie unterstützen musste.

Später wurde die Vila Guida vom Dichter und Schriftsteller Delfim de Brito Guimarães erworben.

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Alfredo Keil Luigi Manini Villa Guida .

Der Text ist auf die Schnelle übersetzt, poetische Qualitäten sind in keiner Weise beabsichtigt. Vielleicht folgt noch eine sorgfältig überarbeitete Version.

I.

In längst vergangenen Zeiten,
Als der grimmige Maure
Täglich niedermetzelte
Den tapferen Christ,
Und die Elenden in ihrer Bedrückung
Durch solch schreckliche Raubzüge,
Inmitten dieser schroffen Gipfel
Beschwörten sie mit Schreien,
Die Heilige Jungfrau, flehentlich,
Zu Ihrer Rettung:

Erhöre mich Junfrau vom Strand
Mit Deiner goldenen Krone
Befrei mich von allem Bösen
Denn von mir wirst du verehrt

II.

Am einem öden Ort, einsam,
Zwischen Strand und Wassermühlen,
Die spitzen Gipfel durchquerend,
Geht ein armer müder Mann.
Von der Welt schon verlassen,
Hat er seine Freuden verloren,
Und hätte seine Tage beendet,
Durch solch grusamer Qual
Wenn nicht am Rande des Abgrunds
Er verzweifelt geschrien hätte:

Erhöre mich Junfrau vom Strand
Mit Deiner goldenen Krone
Befrei mich von allem Bösen
Denn von mir wirst du verehrt

III.

Inmitten der blau schäumenden Welle
Eine reines und liebliches Mädchen
Spielt sorglos im Wasser
Ruhig und vertrauensvoll;
Als eine riesige Welle
Sie plötzlich verschlingt;
Sie fühlt wie Sie das Leben verliert
Die unselige Unglückliche so schön,
Als Sie ernst beschwört
Dieses Gebet in ihrem Geiste

Erhöre mich Junfrau vom Strand
Mit Deiner goldenen Krone
Befrei mich von allem Bösen
Denn von mir wirst du verehrt

IV.

Tosend die See in zorniger Wut
Mit einem großen Schlag
Und das Fischerboot
Treibt herrenlos.
Der kalte nackte Felsen
Weist allen den Tod;
Doch entrannen sie dem Schicksal
Die armen Fischersleute,
Als ihrer Klage
Diesen Angstschrei entsprang

Erhöre mich Junfrau vom Strand
Mit Deiner goldenen Krone
Befrei mich von allem Bösen
Denn von mir wirst du verehrt

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Alfredo Keil Ermida de Villa Guida Henrique Lopes de Mendonça Nossa Senhora da Villa Nova da Praia .

Der Text der Legende, deren Kult Alfredo Keil in der Ermida de Villa Guida gestiftet hat, stammt von Henrique Lopes de Mendonça, der auch den Text der portugiesischen Nationalhymne verfasst hat.

I.

Em tempos que já la vão,
Quando a moirama bravia
Trucidava a dia a dia
O valeroso christão,
Os míseros na afflicção
De tão cruéis correrias,
Entre estas penedias
Imploravam em gritos
A Virgem Santa, afflictos
Para a sua salvação:

Valei-me Virgem da Praia
Com vossa c'rôa dourada,
Livrai-me de todo o mal
Que por mim sois adorada

II.

Em sítio ermo, isolado,
Entre a Praia e as Azenhas,
Transpondo as agudas penhas,
Caminha um pobre cansado.
Já do mundo abandonado,
Perdeu suas alegrias,
E finarias seus dias
De tão cruel supplico
Se à beira do precipício
Não gritasse desesperado:

Valei-me Virgem da Praia
Com vossa c'rôa dourada,
Livrai-me de todo o mal
Que por mim sois adorada

III.

Entre a vaga azul espumante
Casta donzella formosa
Brinca n'agua descuidosa
Tranquila e confiante;
Eis quando a onda gigante
A involve de repente;
A vida fugir-lhe sente
A pobre infeliz tão bella,
Quando implora singela
Esta prece em sua mente:

Valei-me Virgem da Praia
Com vossa c'rôa dourada,
Livrai-me de todo o mal
Que por mim sois adorada

IV.

Ruge o mar em fúria irado
Com imponente fragôr,
E o barco do pescador
Nevega desgovernado.
O frio rochedo escalvado
A todos aponta a morte;
Escaparam, porém, à sorte
Os pobres pescadores,
Soltando em seus clamores
Este grito angustiado

Valei-me Virgem da Praia
Com vossa c'rôa dourada,
Livrai-me de todo o mal
Que por mim sois adorada

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Alfredo Keil Ermida de Villa Guida Nossa Senhora da Villa Nova da Praia Henrique Lopes de Mendonça .

Heineken hat einen neuen Werbespot in Colares gedreht. Für den Spot, der bei den Übertragungen der Champions League 2008/2009 gezeigt wird, singt ein dreißigköpfiger Chor auf dem Largo da Igreja die Hymne der Liga.

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Heineken .

Die Freiwillige Feuerwehr Colares gibt am 3. Mai ein Konzert. Das Konzert ist das erste der zwei Konzerte, die die Freiwillige Feuerwehr meist pro Monat gibt.

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Freiwillige Feuerwehr .

In diesem Video werden keine Bilder aus dem verträumten Inneren des Subjekts, sondern Postkartenansichten Sintras gezeigt.

Zu kitschigen und schlecht montierten (Urlaubs-)Fotos trägt Luís Gaspar das Gedicht im Ton eines Märchenonkels vor.

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Fernando Pessoa Álvaro de Campos Estrada de Sintra .

Der Schauspieler Rui Morrison liest Pessoas Gedicht.

Und man hört eine Stimme voller Melancholie, Monotonie und Angst, "mein leeres Herz, mein unbefriedigtes Herz".

 

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Fernando Pessoa Álvaro de Campos Estrada de Sintra Rui Morrison Melancholie .

Pessoa remixed: ein Sound, der das Original mit wenig überraschenden technischen Effekten banalisiert.

Hier wird am Steuer nicht mehr geträumt, sondern von Jô Soares und Billie Forghieri routiniert ein Stück kulturelles Erbe rezitiert und dem Markt zugänglich gemacht.

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Fernando Pessoa Álvaro de Campos Estrada de Sintra Jô Soares Forghieri .

In diesem Gedicht lässt Fernando Pessoa sein Heteronym Álvaro de Campos in einem geliehenen Chevrolet nachts im Mondschein auf einsamer Straße nach Sintra fahren.

Aber statt der Technik gibt sich das lyrische Ich in diesem romantischen Szenarium seinen Träumen hin. Und je näher er nach Sintra gelangt, desto weiter entfernt er sich von sich selbst.

Ao volante do Chevrolet pela estrada de Sintra

Ao volante do Chevrolet pela estrada de Sintra,
Ao luar e ao sonho, na estrada deserta,
Sozinho guio, guio quase devagar, e um pouco
Me parece, ou me forço um pouco para que me pareça,
Que sigo por outra estrada, por outro sonho, por outro mundo,
Que sigo sem haver Lisboa deixada ou Sintra a que ir ter,
Que sigo, e que mais haverá em seguir senão não parar mas seguir?

Vou passar a noite a Sintra por não poder passá-la em Lisboa,
Mas, quando chegar a Sintra, terei pena de não ter ficado em Lisboa.
Sempre esta inquietação sem propósito, sem nexo, sem conseqüência,
Sempre, sempre, sempre,
Esta angústia excessiva do espírito por coisa nenhuma,
Na estrada de Sintra, ou na estrada do sonho, ou na estrada da vida...

Maieável aos meus movimentos subconscientes do volante,
Galga sob mim comigo o automóvel que me emprestaram.
Sorrio do símbolo, ao pensar nele, e ao virar à direita.
Em quantas coisas que me emprestaram eu sigo no mundo
Quantas coisas que me emprestaram guio como minhas!
Quanto me emprestaram, ai de mim!, eu próprio sou!

À esquerda o casebre — sim, o casebre — à beira da estrada
À direita o campo aberto, com a lua ao longe.
O automóvel, que parecia há pouco dar-me liberdade,
É agora uma coisa onde estou fechado
Que só posso conduzir se nele estiver fechado,
Que só domino se me incluir nele, se ele me incluir a mim.

À esquerda lá para trás o casebre modesto, mais que modesto.
A vida ali deve ser feliz, só porque não é a minha.
Se alguém me viu da janela do casebre, sonhará: Aquele é que é feliz.
Talvez à criança espreitando pelos vidros da janela do andar que está em cima
Fiquei (com o automóvel emprestado) como um sonho, uma fada real.
Talvez à rapariga que olhou, ouvindo o motor, pela janela da cozinha
No pavimento térreo,
Sou qualquer coisa do príncipe de todo o coração de rapariga,
E ela me olhará de esguelha, pelos vidros, até à curva em que me perdi.
Deixarei sonhos atrás de mim, ou é o automóvel que os deixa?

Eu, guiador do automóvel emprestado, ou o automóvel emprestado que eu guio?

Na estrada de Sintra ao luar, na tristeza, ante os campos e a noite,
Guiando o Chevrolet emprestado desconsoladamente,
Perco-me na estrada futura, sumo-me na distância que alcanço,
E, num desejo terrível, súbido, violento, inconcebível,
Acelero...
Mas o meu coração ficou no monte de pedras, de que me desviei ao vê-lo sem vê-lo,

À porta do casebre,
O meu coração vazio,
O meu coração insatisfeito,
O meu coração mais humano do que eu, mais exato que a vida.

Na estrada de Sintra, perto da meia-noite, ao luar, ao votante,
Na estrada de Sintra, que cansaço da própria imaginação,
Na estrada de Sintra, cada vez mais perto de Sintra,
Na estrada de Sintra, cada vez menos perto de mim...

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Fernando Pessoa Álvaro de Campos Estrada de Sintra Romantik .

Was dem Kasino fehlte, waren zahlende Gäste; nach einem ersten großen Andrang war die Neugierde schnell verflogen.

Man hatte die Rechnung ohne die Touristen gemacht, denen in Sintra das Meer und die Strände zu weit entfernt sind. Von Alberto Pimentel stammt das Bonmot, dass ganz Lissabon vor allem nach zwei Dingen verrückt sei, nach einem Winter im São Carlos und einem Sommer in Sintra. Allerdings hatten Seebäder sich längst zum touristischen Schlager der Zeit entwickelt. Der August gehörte dem Strandleben, aber schon in den zwanziger Jahren war die Straßenbahn, die an den Atlantik führte, eine nostalgische Reminiszenz, eine Bimmelbahn mit viel zu viel frischer Luft. Und was die Strände anging, so bevorzugten die Leute die Sonne und das ruhige Meer in Estoril, gaben ihm den Vorzug gegenüber dem wilden und rauen Atlantik, der gerade in den Sommermonaten überraschende Wetterwechsel kennt. Estoril, das war der große Konkurrent, und von Estoril lohnte ein Tagesausflug nach Sintra, aber auch nicht mehr.

Von den anfänglichen Plänen waren nur das Kasino und einige Villen im Bairro das Flores verwirklicht worden. Die ökonomische Fehlkalkulation wurde begleitet von der mangelnden Begeisterung, mit der das alte Sintra die Pläne verfolgte. Das aristokratische Sintra konnte sich nur indigniert zeigen angesichts einer lärmenden Invasion von Neureichen und ihrer Fans.

Das Kasino, kaum eröffnet, starb einen langsamen Tod. Adriano Coelho war 1931 verstorben, die verbliebenen Sociedade de Turismo de Sintra bekam die finanziellen Probleme nicht in den Griff.

Das Kasino wurde geschlossen, öffnete 1935 wieder seine Türen, musste allerdings schon nach zwei Jahren wieder schließen.

1938 kam das Kasino unter den Hammer.

1945 wurde das Kasino wieder eröffnet, jetzt im Besitz von Marques de Sousa, einem Industriellen, der sein Vermögen mit Seife gemacht und das Gebäude samt anliegenden Grundstücken erworben hatte. Der Bau eines Kinos, eines Hotels, einer Rollschuhbahn, eines Tennisplatz und eines Schwimmbades waren geplant, denn klar war auch diesem Investor, dass das Kasino nur als Teil eines größeren touristischen Konzepts eine Chance haben konnte.

Aber auch daraus wurde nichts, nur das Kino, nach einem Brand (1985) zum Centro Cultural Olga Cadaval transformiert, wurde 1945 gebaut, wiederum nach Plänen von Norte Júnior.

Kino und Kasino gingen später an die Gemeinde. Im Carlos Manuel wurden weiter Filme gezeigt, das Kasino wurde zum Gymnasium und beherbergte später die städtische Finanzbehörde.

Zwischen 1997 und 2008 wurden im Museu de Arte Moderna Werke der Colecção Berardo de Arte Moderna e Contemporânea gezeigt, die jetzt im Kulturzentrum von Belém zu sehen ist.

Was als Monument des modernen Sintras geplant war, hat nicht so sehr das Stadtbild neu definieren können, sondern vielmehr die Widerstandskraft des alten, des aristokratischen und romantischen Sintras bestätigt. Der bürgerliche Elan, der pragmatische Enthusiasmus eines Fortschrittsgeistes, der keine Traditionen, sondern nur mehr Pläne und Visionen kennt, und mit dem Kasino als Zentrum ein neues Stadtviertel errichten wollte, ist gescheitert. Vieles erinnert an die Großprojekte, mit denen Politiker und Investoren gegenwärtig öffentliche Räume unter ihre Kontrolle bringen und ein für alle Mal mit ihrem Stempel prägen wollen.

Aber die Trägheit des alten Sintras ist auch seine Schwäche; ohnmächtig scheint es von neuen Ferien- und Wohnkomplexen umzingelt und zu einem Freilichtmuseum zu werden, das per Auto, Zug und Bus von mäßig interessierten Tagesgästen besucht und, mit den typischen Souvenirs versorgt, schnell wieder verlassen wird.

Die Klassifikation als Weltkulturerbe hat dieses Sintra festgeschrieben, freilich auch um den Preis eines Klischees. Doch wo uns nichts Besseres einfällt, ist das Bestehende allemal bewahrenswert.

In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts wollten einige Männer der Stadt Sintra ein neues Gesicht verpassen. Das Unternehmen ist mehr oder weniger gescheitert, was bleibt, ist eine leichte Irritation.

Schaut man sich die Umgebung an, erscheint das Gebäude fehl am Platze. Ein paar Meter noch, dann beginnt die Fußgängerzone mit kleinen Geschäften, einem Supermarkt, Cafés und Restaurants, auf der anderen Straßenseite wird der Wochenmarkt abgehalten, am Kreisverkehr verlässt man Sintra in Richtung Colares, Lourel oder Mafra.

Was also macht dieses mehr als achtzig Jahre alte Gebäude mit klassizistischer Fassade, heute ein Museum für moderne Kunst, an der Peripherie der Stadt, noch ein ganzes Stück entfernt vom historischen Zentrum?

Das Sintra Museu de Arte Moderna war einmal ein Kasino – und dieses Kasino war als die Attraktion eines neuen Sintras geplant.

In der Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen lagen zu Füßen der Burg der Nationalpalast, die Hotels, legendäre wie das Lawrence's und neuere wie Central und Confiança, Costa, Garcia, Netto und Nunes, das Tivoli Sintra Hotel ist eine Bausünde der frühen achtziger Jahre, historische Gebäude und Kirchen.

Doch mit dem Kasino sollte ein Schlussstrich unter das romantische Sintra gesetzt werden, der Garten Eden, den Lord Byron, der englische Dichter, hier gefunden zu haben dachte, hatte seine Reize verloren und sich zu Beginn der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts als schwer verkäuflich erwiesen. Denn Sintra ist nicht, wie manche Prospekte und Reiseführer verkünden, die Stadt der Könige. Die politische Lage war schon immer verzwickter als das Sintra bloß die Bühne der portugiesischen Monarchie gewesen wäre. Und Anfang des 20. Jahrhunderts war der Zauber gekrönter Häupter längst verflogen; Portugal ist das erste europäische Land, in dem die Republik ausgerufen wurde. Nicht auf längst mythische Geschichte, sondern auf Spaß und Vergnügen sollte jetzt gesetzt werden. Álvaro de Campos, der ein paar Jahre nach Eröffnung des Kasinos mit seinem geliehenen Chevrolet nach Sintra fährt, gibt das neue Tempo vor, obwohl auch er sich von seinen Träumereien kaum lösen kann.

Und geträumt wird in Sintra. Der Legende fand 1578 vor dem Aufbruch nach Alcácer-Quibir ein Treffen zwischen dem von Symptomen der Melancholie gezeichneten König Dom Sebastião I. und Luís Vaz de Camões statt, der in diesem Szenario zu Füßen des Monarchen kniend seine Lusiaden vortrug. Die Schlacht im nördlichen Afrika besiegelte das Ende des portugiesischen Imperiums. Das weit überlegene Heer des Sultans Muley Abd-el Malik schlug im Sommer 1578 die Portugiesen vernichtend. Der König wurde in der Schlacht getötet, doch blieb sein Leichnam auf dem Schlachtfeld verschollen und geistert seitdem durch die politischen Träume seiner Landsleute.

Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das romantische Sintra entdeckt und gebaut, zunächst lyrisch vom englischen Dichter Lord Byron, dann mit Pomp und als Operettenbühne vom deutschen König Dom Fernando von Sachsen-Coburg und Gotha, der resigniert eine verschwenderische Kunst der Politik vorgezogen hatte. Dass der Vertrag von Sintra gar nicht in Sintra, sondern am 30. August 1808 in Torres Vedras unterzeichnet wurde, zeigt auch, dass große Politik in der Stadt schon lange nicht mehr gemacht wurde. Sintra gedieh und wuchs abseits der bürgerlich-republikanischen Politik. Das Schloss von Pena auf einem Gipfel der Serra de Sintra ist das Resultat einer ästhetischen Mobilisierung aller möglichen Stilwelten; weniger dramatische, aber genau so eindrückliche Zeugnisse für die Romantisierung Sintras sind der Palast und Park von Monserrate sowie die Quinta da Regaleira.

Byron war aus Lissabon nach Sintra geflohen, weil er den Dreck der Hauptstadt nicht mehr aushalten konnte:

Zum Ausgleich ist das Städtchen Cintra, ungefähr fünfzehn Meilen von der Hauptstadt entfernt, das vielleicht entzückendste in Europa, es enthält Schönheiten aller Art, natürliche und künstliche, Paläste und Gärten, die sich inmitten von Felsen, Katarakten und Abgründen erheben.

Doch jetzt wurde der Exodus aus dem romantischen Sintra geplant.

Mit der Bahn schließlich kam auch in Sintra der technische Fortschritt mit all seinen bürgerlichen Verheißungen an. Estefânia, das ist das Viertel, mit dem Sintra am Beginn des 20. Jahrhunderts seine alten Grenzen sprengt und zu wachsen beginnt.

Wenn die Altstadt schon nicht abgerissen werden kann, wollte man sie doch wenigstens verlassen. Die Monarchie war zu Ende, Portugal laizistisch und republikanisch geworden. Sintra hatte seinen Ruf als aristokratische Sommerfrische verloren, die gekrönten Häupter und ihre Entourage waren von der Bildfläche verschwunden. Der neue Geist war liberal gesonnen. Jetzt sollte bürgerlich pragmatisch und funktional gedacht und gebaut werden, vom eklektizistischen Historizmus von Pena, der alle Stile der Kunstgeschichte versammelt, sofern sie nur luxuriös und und teuer genug sind, wandte man sich mit Grausen ab. Das Stadtbild sollte neu gezeichnet und neu definiert werden, was Zentrum und was Peripherie ist. Aus der Nebelwelt der Serra de Sintra sollte ein so komfortabler wie luxuriöser Kurort entstehen, und ein Kasino war geradezu das Gegenteil moosbewachsener Gemäuer, mächtiger schmiedeeiserner Tore, versteckter Landgüter, kolonialer Relikte, nebliger Morgen und feuchter Abende.

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Eine Gruppe Männer aus Sintra hatte sich des Fortschritts angenommen und wollte die Dinge neu anpacken.

Unter seiner tatkräftigen Führung versammelte Adriano Coelho Ingenieure, Rechtsanwälte und Ärzte und gründete die Sociedade de Turismo de Sintra, um die Stadt touristisch neu zu definieren und die Passivität romantischer Dekadenz durch männliche Tatkraft zu ersetzen. Heute würde wahrscheinlich von einem Rebranding der Marke „Sintra“ gesprochen werden. Nichts Geringeres hatte man vor, als Sintra zu einem der gefragtesten und beliebtesten (groß-)bürgerlichen Ferienorte der ganzen Welt zu machen. Biarritz, Deauville und Baden-Baden waren die Vorbilder dieses neuen kosmopolitischen Geistes.

Denn unter Adriano Coelho wurde nicht nur nur der Bau eines Kasinos, sondern eines ganzen Stadtviertels geplant. Das Kasino war kaum mehr als die Vorhut, der Erstling eines neuen Sintras, Zentrum eines Bezirks mit Luxusgebäuden für die Reichen und Wohnungen für die Mittelklasse, mit Hotels und Theater, mit Kanalisation und moderner Infrastruktur. Obwohl man sich natürlich auf Lord Byron gern berief, sollte ein klarer Bruch mit der Geschichte vollzogen werden. Im Gegensatz zu den verwinkelten Gassen der Altstadt und zur komplexen Struktur des Nationalpalastes waren in den neuen Straßenzügen klare Linien angesagt, Kapriolen verboten. Nicht sollte dem Zufall überlassen, sondern alles von Hand der Ingenieure geplant werden.

Das Kasino wurde innerhalb von nur fünfzehn Monaten gebaut und am 1. August 1924 eingeweiht.

Architekt war Norte Júnior (1887-1962), die technische Leitung hatte Júlio Fonseca. Was die Innenarchitektur angeht, so stammen die Azulejos von Dr. Alves de Sá, die Ölgemälde von Benvindo Ceia.

Die Fassade misst 106 Meter. Der massive Körper des mit neo-klassizistischen Einsprengseln durchsetzten Gebäudes gewinnt zwar durch seine Jugendstilelemente an Leichtigkeit und Eleganz, doch zählt das Kasino sicherlich kaum zu den großen Werken des Architekten, kaum zu vergleichen dem Sitz der Sociedade Amor da Pátria (1931-34) auf der Azoreninsel Horta.

Das Kasino war als Multifunktionskomplex geplant. Ausstellungssaal, Ballsaal, Bibliothek, Billardzimmer, Restaurant und Bar gehörten zum Gebäude. Veranstaltet wurden Kunst- und Fotografieausstellungen, Lesungen, Tanz- und Wohltätigkeitsveranstaltungen, Empfänge und Galadiners. Jazzbands sollten im Rhythmus der zwanziger Jahre die Melancholie vertreiben oder, noch besser, gar nicht erst aufkommen lassen. Eine Spiegelwelt entstand als die gleichsam natürliche Atmosphäre tanzender Jugendstilschönheiten.

Im Kasino probte unter der Leitung von Luís Silveira der Chor Orfeão de Sintra mit seinen mehr als zweihundert Mitgliedern, bis er sich 1926/27 auflöste.

Als Leiter des Kasinos und Restaurants wurde Maurice Poudrel bestellt, der früher einmal das städtische Kasino von Biarritz geleitet hatte. Küchenchef wurde der von der Sociedade dos Hoteleiros de Bordeaux ausgezeichnete Franzose Basset.

Am 13. April 2007 wurde im Centro Educativo, Desportivo, Cultural e Recreativo in Azenhas do Mar (CEDCRAM) das Museu da Vinha e do Vinho de Colares mit für den regionalen Weinbau typischen Artefakten und Zeugnissen eröffnet.

Für das vom Europäische Sozialfond (ESF) finanzierte Projekt veranwortlich ist TEIAS, ein aus vier Partnern (der Associação Portuguesa para a Análise do Valor, der Câmara Municipal de Sintra, dem Instituto das Comunidades Educativas und der Associação Olho Vivo) bestehendes Konsortium.

Die kleine Ausstellung war ein Flop und ging auf Wanderschaft, erst nach Almoçageme, in die Adega de Fernando Rilhas, dann in die Escola de Galamares. Räume für eine Dauerausstellung wurden bis jetzt nicht gefunden.

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CEDCRAM Museu da Vinha e do Vinho de Colares .

1999 hat die Fundação Oriente unter dem Vorsitz von Carlos Monjardino den in den achziger Jahren von Carvalho, Ribeiro & Ferreira angelegten und bewirtschaften größten Weinberg der Region erworben.

Auf dem zwischen Praia das Maçãs und Azenhas do Mar gelegenen, neun Hektar umfassenden Vinha Grande wird gegenwärtig wieder zu 95% Ramisco nach traditioneller Weise auf chão de areia angebaut. Für seine Erschließung wurde die Quinta das Vinhas de Areia, Sociedade Agrícola Lda. gegründet, bei der auch auch die Rechte an der Traditionsmarke MJC Manuel José Colares liegen, deren Kellerei ebenfalls übernommen wurde.

Unter der Leitung von João Goulão und dem Önologen Paolo Nigra wurden die alten Reben, aus deren Erträgen zuletzt Aguardente gewonnen wurde, ausgerissen und zunächst neue Weinstöcke der Sorten Malvasia de Colares und Arinto gepflanzt. 2001 wurde die Häfte der Rebstöcke neu gesetzt, die Rekultivierung zog sich aber bis 2004 hin, weil Reblinge der Sorte Ramisco äußerst rar geworden sind. Als zum Teil kontrovers diskutierte Innovation wurde ein Bewässerungssystem installiert.

Der Weinberg ist relativ gut vor dem Meer und starken Winden geschützt, im Sommer liegen die Temperatur durchschnittlich bei 18° Celsius, gerade die richtigen Bedingungen für Ramisco und Malvasia. Weil das Anbaugebiet nicht so nah an der Küste liegt wie einige andere Lagen, mussten die Rebstöcke nicht kriechend auf dem Boden, um vor dem Wind geschützt zu sein, angelegt werden, so dass die Pflanzen jetzt mehr Sonne bekommen und generell ökonomischer kultiviert werden können. Die intensivere Sonnenbestrahlung führt zu einem höheren Alkoholgehalt und zu einer Reduzierung der Tanine, so dass der MJC schneller in den Handel gelangen kann als seine Vorgänger.

Während vom ersten Weißwein gerade 800 Flaschen in den Handel gelangten, liegt die Anzahl der abgefüllten Flasche jetzt bei etwa 15.000 Flaschen Weiß- und ebensoviel Flaschen Rotwein pro Jahr.

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Wein Fundação Oriente Ramisco Vinha Grande MJC Manuel José Colares Quinta das Vinhas de Areia .

1931 wurde die Adega Regional de Colares mit einem Kapital von 100.000 Escudos gegründet, um die vorherrschende Anbaupraxis zu regulieren und Panscherei zu vermeiden, die den Wein der Region in Misskredit zu bringen drohte.

Schon Ende der 30er Jahre konnte die Adega unter der Leitung von Dr. Brandão de Vasconcelos und Alberto Totta der regionalen Weinproduktion zu einem Aufschwung verhelfen.

Gegenwärtig vereint die Winzergenossenschaft unter der Präsidentschaft von José Vicente Paulo etwa 70 Betriebe der Gemeinden Colares, São Martinho und São João das Lampas, das sind mehr als 90% aller Weinbauern des Bezirks, die gemeinsam für mehr als 50% der regionalen Produktion verantwortlich sind. (Die restlichen 10% sind für beinahe die Hälfte der regionalen Produktion verantwortlich.)

70% des produzierten Weines wird auch in der Adega verkauft.

Von den in Adega Regional de Colares organisierten Kellereien bieten dreißig Weine mit dem Siegel DOC Colares an, der Rest produziert ausschließlich nicht zertifizierte Weine im konventionellen Anbau (chão rijo).

Der Jahresproduktion an Rotwein von etwa 20.000 Flaschen steht der Weißwein mit etwa 15.000 Flaschen kaum nach.

Heute werden alle Weine der Winzergenossenschaft in der Adega vinifiziert; gelagert werden sie aber in den Kellern der jeweiligen Winzer. Mehr als 15000 Liter fassen die riesigen Fässer die an den Seiten des 120 Meter lang Hauptschiffes dieser Kathedrale des Weins aufgereiht sind.

Durchschnittlich werden 70 Hektoliter Qualitätswein mit Herkunftsangabe (Qualidade Produzido em Região Determinada, VQPRD), 125 Hektoliter Wein vom Typ „Regional Estremadura“ und 170 Hektoliter Tafelwein produziert.

Ein großer Teil der Ernte wird von der Adega an die einzigen beiden verbliebenen regionalen Abfüller Viúva Gomes & Filhos und António Bernardino Paulo da Silva verkauft. Die Hinweise auf den Abfüller beginnen auf dem Etikett mit engarrafado .

2006 konnte gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg der Produktion um 10% verzeichnet werden. Die Adega produzierte 55.000 Flaschen, 18.000 davon mit dem Siegel DOC Colares, 15.000 Regional Estremadura, der Rest Tafelwein.

Kultur und Tourismus

Die Adega hatte nicht nur in der Vergangenheit landesweit einen ausgezeichneten Ruf. Persönlichkeiten aus Politik und öffentlichem Leben zeigen sich immer noch gerne auf Weinproben und diversen Festivitäten.

Die Veranstaltungsagentur Coisas do Vinho organisiert diese Vermarktung, während ein Abkommen mit der Bezirksregierung in Sintra, das Maßnahmen zur Förderung der Adega und des regionalen Weinbaus umfasst, noch auf seine Realisierung wartet.

Die Adega, in der bis zu 600 Personen Platz finden, wird als Schauplatz für kulturelle Veranstaltungen genutzt, für Empfänge, Konzerte, Hochzeiten und andere, wie man heute so gerne sagt, Events. Im Turm oberhalb des Haupteingangs steht ein weiterer Saal für 100 Personen zur Verfügung.

Besuch

In der Adega kann man sich über die Geschichte des Weins und der Adega informieren lassen, die freundlichen Angestellten stehen gerne Rede und Antwort.

Anfahrt

Die Adega Regional de Colares ist leicht zu finden. 100 Meter nach der Kreuzung ist auf der rechten Straßenseite das lang gezogene weiße Gebäude mit seinem großen Kachelbild nicht zu übersehen.

Der Eingang befindet sich an der Nordseite der Adega, gegenüber der Banco Comercial Português (BCP) an der Kreuzung nach Banzão.

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Wein Adega Regional de Colares .

Nicht zuletzt durch die Krise des Weinbaus 1864/1865 wurde Nachfrage und Verbreitung des Weins befördert, die steigenden Preisen führten zur Etablierung eines typischen Luxusprodukts.

In der Gegenwart hat sich der urbane Druck auch in dieser Region bemerkbar gemacht, die Nähe zu Lissabon hat Sintra und Colares mehr und mehr den einst ruralen Charakter genommen.

Dazu kommen die ökonomischen Faktoren. Die Kosten für die die Kultivierung in den Dünen sind hoch, die Erträge pro Hektar aber gering. Arbeitskräfte für die originale Anbauweise fehlen oder sind teuer. In letzter Zeit wurde dann auch verstärkt in den konventionellen Anbau auf chão rijo investiert, der keine spezialisierten Arbeitskräfte benötigt.

Die Gebiete wurden immer weiter reduziert, von den einst 1500 Hektar chão de areia sind gerade noch etwa 22 Hektar geblieben, die gegenwärtig nicht einmal vollständig genutzt werden. Die meisten Weinberge sind kleiner als ein Hektar und befinden sich in Familienbesitz.

Der Erhalt dieses typischen Weins ist aber nicht vor allem ein ökonomisches Problem, sondern eine Frage des kulturellen Selbstverständnisses, die gegenwärtig auf ganz unterschiedliche von der Adega Regional de Colares und der Fundação Oriente beantwortet wird, beides Einrichtung, die einer lange Tradition unter modernen Bedingungen neues Gewicht zu verschaffen suchen .

Hat der Wein aus Colares einen großen Teil seines Aufstiegs den schrecklichen Verwüstungen der Reblauskatastrophe zu verdanken, und ist sein Niedergang an die urbane und touristische Entwicklung der Region geknüpft, muss er sich jetzt auf einem Markt bewähren, auf dem die Konkurrenz in- und ausländischer Weine kaum mehr zu überblicken ist.

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