Sempre gostara muito de Sintra! Logo ao entrar, os arvoredos escuros e murmurosos do Ramalhão lhe davam uma melancolia feliz! (Eça de Queiroz)
... auf der Straße nach Sintra, immer näher an Sintra, auf der Straße nach Sintra, immer ferner mir selbst (Fernando Pessoa)
Sie sind hier: Sintra Notizen aus Sintra Cruges in Sintra – man trifft Alencar und spaziert gemeinsam nach Seteais
Was liegt näher, scheint sich Eça de Queirós gedacht zu haben, als im Herzen des romantischen Sintras einen Poeten auftreten zu lassen, der diese Romantik ganz zu seiner Sache gemacht hat und sie auch gegen die neuen realistischen Strömungen noch vertritt.
Bevor an diesem Frühlingstag, es muss mittlerweile gegen Mittag geworden sein, Seteais aus dem Schatten der Bäume hervortritt, gesellt sich deswegen ein Dritter zu den beiden Spaziergängern.
Plötzlich kommt eine offene Kalesche aus Seteais angeprescht. Hinter ihr, fast noch im aufgewirbelten Staub, ein düsterer Prophet kommenden Unheils, die „Hände auf dem Rücken und bedächtig einherschreitend, ein hochgewachsener, ganz in Schwarz gekleideter Mann, einen breiten Panamahut in die Stirn gezogen.” Der Mann mit dem „großen romantischen Schnurrbart” ist der Dichter Tomás de Alencar.
Auch Alencar, der am Vortag mit dem Pferdebus gekommen und im Hotel Lawrence abgestiegen war, wurde Luftveränderung empfohlen. Und nun werde er sich „des Klimas von Sintra bewußt (...), denn es seien eben nicht bloß die Lungen, denen das wohltue, es sei auch das Herz, Jungens!“ Alencar fühlt sich in Sintra „wie zu Hause, Jungens! Es gibt da keinen Baum, der mich nicht kennt.“ Für den Dichter ist Sintra der Friedhof seiner Erinnerungen.
In Seteais hat er ein Gedicht verfasst:
Mondschein lag auf meinem Pfad,
Lenz im linden Morgenwind.
Und der Seufzer, die ich tat,
Nicht nur sieben, tausend sind!
Oft hätte Alencar schon versucht, den Maestro, den er seit dessen Kindheit kennt, zu einem Ausflug nach Sintra zu bewegen, denn zum Verständnis der Musik und zum Komponieren sei es notwendig, auch „dieses Rauschen, diese Melodie des Laubs zu hören.”
Und Cruges wieder begeistert:
Da war ein winziger Pfad, der sich zwischen zwei alte, mit Efeu überzogene Mauern hindurchzwängte, auf die das ineinandergewachsene Laubwerk mächtiger Bäume dunkle Schatten war und ein Blätterdach bildete, durch das das Licht wie durch ein Spitzentuch fiel: Auf dem Boden flimmerten Sonnenflecken, und in der schweigenden Kühle verlor sich das Murmeln eines unsichtbaren Rinnsals.
Als echter „Pfundskerl” müsse er auf die Berge hinauf, meint Alencar, doch Cruge gefällt es im Tal besser.
Gewiß würde sein schüchternes Wesen diese bescheidenen Winkel vorziehen, die aus nichts weiter als einem kühlen Blätterdach und einem Stückchen bemooster Mauer bestanden. Flecken der Ruhe und des Schattens, die den Müßigen leicht zum Grübeln verleiten.
Zuletzt geändert am 30.09.2008 8:07:12 von K.P.
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