Sempre gostara muito de Sintra! Logo ao entrar, os arvoredos escuros e murmurosos do Ramalhão lhe davam uma melancolia feliz! (Eça de Queiroz)
... auf der Straße nach Sintra, immer näher an Sintra, auf der Straße nach Sintra, immer ferner mir selbst (Fernando Pessoa)
Sie sind hier: Sintra Notizen aus Sintra Cruges in Sintra – von Lissabon nach Sintra
Auf der Straße nach Benfica und Belas passieren sie eine heute verlorene Landschaft, grüne Hügel im Hintergund und Rasenstreifen mit Mohnblumen:
Sie fuhren an Mauern vorbei, die die Landgüter umgaben und über die grüne Zweige ragten, an melancholisch stimmenden Gebäuden mit zerbrochenen Fensterscheiben, Wirtshäusern, über deren Eingang an einer Schnur ein Zigarettenpäckchen baumelte.
Die Straße nach Belas war ein Infrastrukturprojekt mit Modellcharakter, das in anderen Teilen des Landes schnell Nachahmer gefunden hat. 1841 wurde mit dem Ausbau der Straße begonnen, später, 1844 bis 1849, die Strecke zwischen Belas und Sintra mit Bäumen versehen und zur Allee ausgebaut. Und nicht nur aristokratische Gespanne (port. breque), wie sie Carlos da Maia benutzt, sondern Postkutschen und Pferdebusse verkehrten hier, Vorboten des modernen Transportwesens, das es vor allem mit der Beförderung von Massen zu tun haben sollte.
Über Benfica gelangen sie nach Porcalhota, 1907 auf Bitten der Bevölkerung von König D. Carlos in Amadora umgetauft, wo Cruges, der eigentlich das berühmte Kaninchenragout probieren wollte, in einem einfachen Landgasthof eine gewaltige Portion Eier mit Wurst zum Frühstück verdrückt. Carlos leistet ihm mit einem Café Gesellschaft, während Cruges, wohl durch die Fahrt beflügelt, große Reisepläne schmiedet. An den Rhein wolle er, und
er wollte die großen schneebedeckten Berge sehen, die Flüsse, die in der Geschichte so eine große Rolle spielten. Sein Ideal wäre, nach Deutschland zu fahren und zu Fuß und mit einem Tornister auf dem Rücken jenes heilige Land seiner Götter zu bewundern, das Land eines Beethovens, eines Mozarts, eines Wagners.
In Italien, das fände man nicht als „Kontertänze”.
Cruges, der findet, dass Carlos' Freund Ega sein Talent nicht nutze, weiß auf den Einwand von Carlos, dass niemand etwas tue, auch nur erwidern:
(Dass sie in Porcalhota rasten, ist kein Zufall, denn im Ort befand sich auch eine Pferdestation. Allerdings wurden die edlen Pferde sicher nicht ausgetauscht.)Wenn ich eine gute Oper schreiben würde, wer brächte sie mir dann auf die Bühne?
Und dann geht die Reise über die einsame Landstraße weiter, über die
Heide, die ihnen endlos schien. So weit das Auge reichte, war der Boden zu beiden Seiten trist und dunkel; darüber breitete sich ein unendliches Blau, das inmitten dieser Einsamkeit genauso trist wirkte.
Zuletzt geändert am 23.09.2008 12:33:45 von K.P.
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