Sintra, Glorious Eden

Sempre gostara muito de Sintra! Logo ao entrar, os arvoredos escuros e murmurosos do Ramalhão lhe davam uma melancolia feliz! (Eça de Queiroz)

... auf der Straße nach Sintra, immer näher an Sintra, auf der Straße nach Sintra, immer ferner mir selbst (Fernando Pessoa)

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Notizen aus Sintra

Cruges in Sintra - Abfahrt in der Rua de São Francisco

Von: K.P. am 16. September 2008

Sintra | Kultur Archiv

An einem Aprilmorgen des Jahres 1875 reist Maestro Cruges alias Alfredo Keil nach Sintra.

Um acht Uhr morgens hatte Carlos de Maia zunächst vergeblich versucht, Cruges vor dessen Wohnung in der Rua das Flores abzuholen, aber seinen Freund nicht angetroffen; der war, wie immer “nebulös”, in die Rua de São Francisco umgezogen, vier Haustüren neben dem Grémio gelegen. So geheimnisvoll tat Cruges in jeder Beziehung:

Carlos wusste nichts über seine Vergangenheit, seine Familienverhältnisse, Neigungen und Gewohnheiten. Der Marquês hatte ihn eines Abends zum Ramalhete mitgebracht und Carlos ins Ohr geflüstert, daß das ein Genie sei. Cruges hatte sogleich alle durch sein bescheidenes Wesen und sein wundervolles Klavierspiel entzückt; und jedermann im Ramalhete titulierte ihn mit 'Maestro' und nannte ihn ein Genie.

Mehr wusste man nicht, als dass Cruges bei seiner Mutter lebte, einer rüstigen Witwe, die Immobilien in der Baixa besaß und auch das Haus, in nun das beide gezogen waren.

Carlos musste noch eine Viertelstunde warten, dann kam Cruges, “eilig und fast stolpernd (...), ein seidenes Halstuch in der Hand, den Regenschirm unterm Arm und aufgeregt seinen Paletot zuknöpfend.”

Und dann von oben die Stimme seiner Mutter, die Cruges während des gesamten Ausflugs nicht vergessen sollte.

Als er über die letzten Stufen hüpfte, schrie ihm von oben eine kreischende Frauenstimme hinterher: „Daß du mir das Käsegebäck nicht vergisst!”

Oder im Original, in dem klar wird, dass Cruges an die berühmten Queijadas aus Sintra denken soll:

Olha não te esqueçam aus queijadas!

Vor lauter Angst zu verschlafen, hatte Cruges die Nacht über kaum geschlafen. Fröstelnd saß er neben Carlos, ein prächtiges Fuchsgespann vor dem Wagen mit silbern blinkendem Geschirr, ein „im Takt dahinrollende(r) Luxus”, vor dem sich sein Paletot „wie ein Schandfleck ausnahm”. Mehr als drei Personen zusätzlich zum Kutscher konnten mit einem solch aristokratischen Gefährt nicht reisen, das aber bestens geeignet war, um möglichst schnell nach Sintra zu gelangen. Als Schutz vor der Kälte diente Cruges ein Umgang, den ihm seine Mutter geliehen hatte.

In Lissabon wird derweil, begleitet vom Rhythmus der Arbeit, der Tag eingeläutet:

Es war ein kühler Morgen mit einem blauweißen, wolkenlosen Himmel; die Sonne, die nicht zu wärmen vermochte, überzog Straßen und Häuserfassaden mit heiter stimmenden, golden schimmernden Streifen. Lissabon begann allmählich zu erwachen: Die Bäuerinnen gingen mit ihren großen Strohkörben voller Gemüse von Tür zu Tür; die Bürgersteige vor den Läden wurden gekehrt; in der linden Luft erstarb ein zarter Glockenton, der zur Messe rief.

Cruges hatte Sintra immer gemocht, allerdings nur mehr eine „vage Vorstellung von großen Felsen und sprudelnden Quellen”. Seit seinem neunten Lebensjahr war er nicht mehr nach Sintra gekommen und überhaupt lange nicht auf dem Lande gewesen. Carlos schlägt deswegen die „klassische Wallfahrt” vor, hinauf nach Pena, Wasser von der Liebesquelle (Fonte dos Amores) trinken und im Tal (Várzea) gondeln.

Cruges zieht es vor allem nach Seteais, einen Ort, mit dem er, wie wir später erfahren werden, romantische Kindheitserinnerungen verbindet.

Zuletzt geändert am 16.09.2008 8:41:53 von K.P.

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Alfredo Keil Cruges Eça de Queirós Queijadas .

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