Sempre gostara muito de Sintra! Logo ao entrar, os arvoredos escuros e murmurosos do Ramalhão lhe davam uma melancolia feliz! (Eça de Queiroz)
... auf der Straße nach Sintra, immer näher an Sintra, auf der Straße nach Sintra, immer ferner mir selbst (Fernando Pessoa)
Sie sind hier: Sintra Notizen aus Sintra Cruges in Sintra - Ankunft in Sintra
Bei den ersten Häusern von Sintra „zeigte sich Grün an den Straßen; der erste kräftige frische Gebirgswind schlug ihnen entgegen” und der Wagen fuhr mit Schrittgeschwindigkeit zwischen den Bäumen von Ramalhão.
Mit dem Frieden der tiefen Schatten umfing sie allmählich ein leises, einschläferndes Säuseln von Lauwerk, das wie das sich in der Ferne verlierende Murmeln dahinfließenden Wassers klang. Die Mauern waren mit Efeu und Moos bedeckt; durch das Blätterdach funkelten gleich Pfeilen lange Sonnenstrahlen. Ringsum vibrierte die laue samtweiche Luft, die nach frischem Grün roch; hier und da zwitscherten auf den schattigsten Zweigen leise die Vögel. Auf diesem kargen Stück Straße, das mit Sonnentupfen übersät war, spürte man bereits, ohne sie zu sehen, die ehrfurchtsvolle Feierlichkeit der dichten Haine, die ferne Kühle sprudelnder Quellen, die Schwermut, die sich von den Felsengruppen herabsenkte, und die erhabene Ruhe sommerlicher Landhäuser.
Heute fährt man vielleicht mit dem Auto unter dem Aquädukt hindurch, den hinter hohen Mauern versteckten Palast von Ramalhão zur Rechten, nach Sintra hinein. Aus dem neo-klassischen Palast ist ein dominikanisches Frauenkloster, das Colégio de São José das Irmãs Dominicanas Portuguesas, geworden.
Bis zum Aquädukt von Ramalhão kann man Sintra zu Fuß erkunden, wer den Aquädukt passiert, findet sich auf der E.N. 249 in der Hölle ewigen (Berufs-)Verkehrs wieder. Wenn sich uns an dieser Stelle nur langsam ein Gespür dafür einstellt, dass wir jetzt einen ganz anderen Ort betreten, so hatte der Maestro noch allen Anlass überschwänglich zu reagieren.
Cruges nahm „die schattige Pracht des Hains wie eine religiöse Offenbarung in sich auf”. Für einen „Augenblick” sah er die „unwegsamen Höhen der Berge (...) dort oben in den Wolken”.
Erst beim Anblick des Stadtschlosses findet er wieder Worte:
Das war es, was ihm am besten gefiel: dieser massige, stille Palast ohne Blumenschmuck und ohne Türme, der patriarchalisch inmitten dieses Häusermeeres der Stadt thronte, mit seinen schönen Fenstern im manuelinischen Stil, die ihm ein edles, majestätisches Aussehen verliehen, das dichtbelaubte, kühle Tal zu seinen Füßen und oben die beiden riesigen plumpen Schornsteine, in die alles einmündete, als ob die ganze Residenz eine einzige Küche wäre, zugeschnitten auf die Gefräßigkeit eines Königs, der jeden Tag ein ganzes Königreich verschlingt.
Seine Meinung über das Stadtschloss sollte sich allerdings später wandeln, nachdem Cruges nämlich in den zweifelhaften Genuss einer Führung gekommen war. Damals gab es auch noch eine Schlosswache, deren Grobheiten Cruges befürchtet, als die Kutsche nun auf dem Largo da Meca hält, vor dem Hotel Nunes.
Zuletzt geändert am 16.12.2008 16:38:35 von K.P.
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