Sintra, Glorious Eden

Sempre gostara muito de Sintra! Logo ao entrar, os arvoredos escuros e murmurosos do Ramalhão lhe davam uma melancolia feliz! (Eça de Queiroz)

... auf der Straße nach Sintra, immer näher an Sintra, auf der Straße nach Sintra, immer ferner mir selbst (Fernando Pessoa)

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Notizen aus Sintra

Cruges in Sintra - eine tragische Auseinandersetzung in Sintra

Von: K.P. am 25. September 2008

Sintra | Kultur Archiv

Während Sintra noch heute von Reiseführern und Journalisten als Stadt der Könige beworben wird, schreibt Queiroz in seinem Roman historischen Klartext.

Sintra, das war im 19. Jahrhundert das Freudenhaus der Lissabonner upper class. Die Prostituierten kamen aus Spanien und die Kenner wussten, wie wir gleich sehen werden, wie sie ihre Mädchen zu behandeln hatten. Cruges allerdings scheint von all dem keine Ahnung zu haben und sorgt für eine groteske Szene im Speisesaal des Hotel Nunes.

Denn nicht im Hotel Lawrence, sondern im Nunes steigen Carlos und Cruges ab. Das ist deswegen ungewöhnlich, weil das Lawrence die bevorzugte Herberge der Aristokratie und des gehobenen Bürgertums Lissabons ist, der rechte Ort, um Staatsangelegenheiten zu verhandeln und Flitterwochen verbringen.

(Aber Carlos hat, wie wir wissen, seine Gründe.)

Zusammen mit dem Hotel Vitor, das im Roman später zu seinem Recht kommt, bilden diese Hotels das magische Dreieck des erotischen Sintras. In seinem Spannungsfeld entwickeln sich die amourösen Geschichten, von denen das romantische Sintra lebt.

Das Hotel Nunes wurde 1973/74 abgerissen, um dem Hotel Tivoli Platz zu machen, einem modernistischen Ungeheuer, das gewaltsam viele Perspektiven dominiert und in der Vergangenheit mögliche Blicke verstellt. Andererseits habe ich bei diesem Hotel immer das Gefühl, dass es noch schlimmer hätte kommen können, und das sich das Ungetüm noch immer recht bescheiden ausnimmt.

Zum in unmittelbarer Nähe des Stadtschlosses gelegenen Hotel gelangte man über die Rua de Meca, die auf den gleichnamigen Platz mündete, heute eine Verlängerung des Praça da República. Beide Toponyme zeigen den arabischen Ursprung dieses etwas abgelegenen Viertels, denn Meca, das bedeutet nichts anderes als Mekka.

Im Hotel treffen Carlos und Cruges auf Eusébio, traurig und heruntergekommen, beim Frühstück in Gesellschaft mit zwei jungen Spanierinnen und des Journalisten Palma. Der Arzt habe ihm Luftveränderung verschrieben.

Die Atmosphäre beschreibt Queiroz so:

Zitat

Von Palma müssen sich beide sagen lassen, warum man nach Sintra reise:

Denn wenn man nach Sintra kommt, dann, um dem Appetit freien Lauf zu lassen und dem Bauch etwas Gutes anzutun.

Cruges, ganz naiv, versteht die Situation offensichtlich gar nicht, erkundigt er sich doch danach, welche der beiden Spanierinnen, Lola oder Concha, denn die Gattin Eusébios sei, und wird so zur "unbeabsichtigen Ursache“ einer „tragischen Auseinandersetzung”. Tragisch, weil das die Tragödien sind, aus denen im 19. Jahrhundert die Geschichte(n) Sintras geschrieben wird; mehr Leidenschaft und historische Spannung ist in dieser Atmosphäre nicht möglich.

Eusébio findet die Frage nicht lustig und erwidert missmutig, dass er mit keiner von beiden verheiratet, sondern auf einem Ausflug in Sintra sei und die beiden Mädchen selbstverständlich zu seinem Freund Palma gehörten. Kein Wunder, dass Concha ihm eine Szene macht, hätte Eusébio sie doch nach Sintra mitgenommen; der aber jammert:

Da kommt man nun in eine Gegend wie diese hier, um ein bißchen Poesie zu genießen, und am Ende ergeht es einem derart.

Palma, der sich brüstet, schon mit fünfzehn Jahren den Umgang mit Spanierinnen gepflegt zu haben, gibt dann seine Lektion über ihre angemessene Behandlung , denn so weinerlich nimmt man natürlich keine Frauen, die in ihrer Heimat gewöhnlich Stockschläge bezögen. Und so kommen sich sind in diesem Freudenhaus dann Amüsement und machistischer Terror ganz nahe:

Wüßten die Freunde beispielsweise, wann man zuschlagen müsse? Wenn sie nicht nett zu einem seien und wenn sie sich spröde gäben. Dann, ja. Dann, klatsch, eine Ohrfeige, damit sie gleich ganz gefügig seien ... Aber hinterher feine Manieren, Taktgefühl, so wie bei Französinnen.

Zuletzt geändert am 25.09.2008 8:29:31 von K.P.

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Alfredo Keil Cruges Eça de Queirós Hotel Lawrence Hotel Nunes Hotel Vitor Largo da Meca Praça da República .

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