Sempre gostara muito de Sintra! Logo ao entrar, os arvoredos escuros e murmurosos do Ramalhão lhe davam uma melancolia feliz! (Eça de Queiroz)
... auf der Straße nach Sintra, immer näher an Sintra, auf der Straße nach Sintra, immer ferner mir selbst (Fernando Pessoa)
Sie sind hier: Sintra Notizen aus Sintra Der Heilige Saturninus – Leben und Wirkung
Die älteste Kirche Sintras, die Capela de S. Saturnino, ist dem Heiligen Saturninus geweiht.
Die Verehrung des Heiligen Saturninus, dessen Gedenktag der 29. November ist, reicht bis in die Zeit des frühen Christentums zurück und war lange Zeit weit verbreitet.
Attribut des Heiligen, der als Patron gegen Kopfweh, Schwindel, Blattern, Pest, Todesangst und Ameisenplage und für eine gute Sterbestunde gilt, ist der Stier, und das natürlich nicht zufällig.
Von Papst Fabianus wurde Saturninus, der Name ist ein römisches Cognomen, das in zahlreichen Familien verwendet wurde, in das Langedoc und die Gascogne gesandt und zum ersten Bischof von Toulouse ernannt. Die Stadt (Tolosa) an der Garonne war die Hauptstadt der Gallia Narbonnensis und römische Kolonialstadt. Als solche hat sie die Aufmerksamkeit der christlichen Missionäre frühzeitig auf sich gezogen.
Um 250 n. Chr. soll Saturninus, französisch Sernin (Cernin), auf den Stufen des Kapitols in Toulouse von einem wilden Stier zu Tode geschleift worden, nach anderer Überlieferung der Christenverfolgung unter Kaiser Decius erlegen sein, indem er in Rom ein ähnliches Schicksal erlitt.
Bei seiner Ankunft waren nämlich die Orakel verstummt, der Trug der Götzenpriester wurde erkannt, die Zahl der Götzendiener und ihr Eifer hatten sich von Tag zu Tag vermindert. Um nun zu sehen, ob er wirklich ein Feind der Götter sei, befahl man ihm zu opfern, Saturninus aber weigerte sich. Der Opferstier, der schon bereit stand, wurde wieder frei gemacht, der Heilige mit den Füßen an das Ende seines Schweifes festgebunden und der Stier über die Steintreppe des Kapitols getrieben.
Die Leidensgeschichte des Heiligen Saturninus, verfasst in rhythmisierter Prosa, wurde im 5. Jahrhundert verfasst und war im gesamtem Westgotenreich verbreitet. Seit der Karolingerzeit wurden seiner Vita zahlreiche legendarische Ausweitungen hinzugefügt. Der Kult um Saturninus ist schon im 3. Jahrhundert belegt. Über dem Grab von Saturninus in der damaligen Nekropole an der Straße nach Cahors ließ Bischof Hilarius von Toulouse in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts ein Oratorium aus Holz errichten.
Schon im 5. Jahrhundert ist die Verehrung in Spanien, ab dem 6. Jahrhundert in ganz Gallien bezeugt. In Pamplona wird der Heilige Saturninus als erster Glaubensprediger der Stadt verehrt.
In Spanien ist der Heilige bekannt als San Serenín, San Serní, San Cernin, San Zadornil, Sant Sadurní, San Sadurniño oder, in Galizien, Sam Sadurninho.
Außerdem erzählt Ruinart, dass Saturninus in den alten gotischen Missalien als „herrlichtönender Zeuge des göttlichen Namens“ (conclamantissimus testis nominis divini) gepriesen wird. Das Gleiche geschah in der Mozarabischen Liturgie, wo in der Messe seine Leidensgeschichte ebenso wie in den Acten erzählt wird. Letztere berichten, er sei mit einer doppelten Krone geschmückt, nämlich mit der Würde des Priestertums und mit der Ehre des Martyriums. (Quelle: Stadlers Vollständiges Heiligen-Lexikon)
Die Basilika von Toulouse wurde an der Stelle seines Martyriums als St. Saturnin du Taur ab 1080 erbaut, seit dem 16. Jahrhundert heißt sie Notre Dame du Taur. Sie war im Mittelalter eines der wichtigsten Pilgerzentren in Mitteleuropa, nicht zuletzt als Station auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela. 1258 erfolgte eine zweite Erhebung der Gebeine, 1283 ihre Überführung; sie liegen seitdem in einem Reliquiar aus vergoldetem Silber.
Quellen: Heiligenlexikon.
Zuletzt geändert am 22.08.2008 15:39:59 von K.P.
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