Sintra, Glorious Eden

Sempre gostara muito de Sintra! Logo ao entrar, os arvoredos escuros e murmurosos do Ramalhão lhe davam uma melancolia feliz! (Eça de Queiroz)

... auf der Straße nach Sintra, immer näher an Sintra, auf der Straße nach Sintra, immer ferner mir selbst (Fernando Pessoa)

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Notizen aus Sintra

Die Condessa d'Edla in Sintra – Cupido im Teatro de São Carlos

Von: K.P. am 04. November 2008

Sintra | Kultur Archiv

Im Sommer 1999 wurde das Chalet der Condessa d'Edla (Gräfin von Edla) im Park von Pena durch einen Brand beinahe vollständig zerstört worden. Das Landhaus, zunächst bekannt als Casa do Regalo, war ein mystisches Refugium, in dem eines der berühmtesten Liebespaare der portugiesischen Geschichte eine Zuflucht gefunden hatte.

Wer war diese Frau, die gemeinsam mit dem portugiesischen Ex-Regenten Ferdinand II. aus dem Hause Sachsen-Coburg und Gotha die Kulturlandschaft Sintras entscheidend geprägt hat, die in der portugiesischen Presse als Dona Maria III. verunglimpft wurde und fast Königin von Spanien geworden wäre?

Condessa d'Edla

Cupido im Teatro de São Carlos

Elise Frederica Hensler wurde am 22. Mai 1836 in dem in der Nähe von Neuchâtel gelegenen La Chaud-de-Fonds geboren.

Ende der dreißiger Jahre wanderte sie mit ihren Eltern Friederich Conrad Hensler und Lizette Lortscher nach Boston / Massachusetts aus (Jean Conrad Hensler und Josefa Hechelbacher).

In Amerika erhielt das junge Mädchen eine Ausbildung als Sängerin. Sie trat in New York auf und sang 1855 in Boston (die Rolle der Linda?) in dem Melodram Linda di Chamounix von Gaetano Donizetti.

Im Sommer 1856 reiste Elise Frederica Hensler gemeinsam mit ihrer Mutter nach Paris.

Über ihren Parisaufenthalt ist wenig bekannt. Stand sie in Paris auf der Bühne? Hat sie sich ihrer Ausbildung als Sängerin gewidmet? Und ist in Paris ihre Tochter Alice zur Welt gekommen?

Fünfzehn Monate nach ihrer Ankunft in Paris verlässt sie die Stadt wieder und reist im September 1857 nach Wien und weiter nach Italien.

In Italien wurde sie Mitglied der Oper von Laneuville (?) / La Neuville.

Nach Portugal kam Elise Frederica Hensler im Herbst 1859 gelegentlich einer Aufführung von Il Saltimbanco (Giovanni Pacini, 1796-1867) im Teatro de São João in Porto. Die Premiere fand am 8. Oktober statt; die Feuilletons waren voll des Lobes für die schöne, junge und ausdrucksstarke Sängerin und zeitgenössische Schriftsteller wie Camilo Castelo Branco hingerissen und begeistert.

Lassen sich ihre früheren Reisen anhand von Passeinträgen rekonstruieren, so ist die Einreise nach Portugal nicht dokumentiert. Kam Elise Frederica Hensler gemeinsam mit ihrer Mutter nach Portugal? War sie gar schon verheiratet? Das jedenfalls behauptet Máximo Estrela ins einer Biographie „Perfil da Condessa d'Edla“.

Am 20. Dezember 1859 verlässt sie Portugal auf dem Dampfschiff Lusitânia.

Aber schon bald erscheint die junge Sängerin wieder in Portugal. In Lissabon ersetzt sie die Bianchi im Real Teatro de São Carlos und singt vierundzwanzigjährig am 2. Februar 1860 im Propheten von Meyerbeer. Aufsehen aber erregt sie vor allem in der Rolle des Pagen in Giuseppe Verdis Maskenball. (Foto) Denn nicht als Page, sondern als Cupido sei sie auf der Bühne erschienen, meint Máximo Estrela.

Im Januar 1861 singt die Hensler im Teatro de São Carlos in Giuseppe Verdis tragischer Oper Rigoletto.

(Quelle: Teresa Rebelo. Condessa d’Edla ― A cantora de ópera quasi rainha de Portugal e de Espanha (1836-1929). Alêtheia Editores 2006.)

Zuletzt geändert am 05.11.2008 19:02:13 von K.P.

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Chalet d'Edla Condessa d'Edla Dom Fernando II. eatro de São Carlos Parque de Pena .

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