Sintra, Glorious Eden

Sempre gostara muito de Sintra! Logo ao entrar, os arvoredos escuros e murmurosos do Ramalhão lhe davam uma melancolia feliz! (Eça de Queiroz)

... auf der Straße nach Sintra, immer näher an Sintra, auf der Straße nach Sintra, immer ferner mir selbst (Fernando Pessoa)

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Notizen aus Sintra

Legenden von Seteais

Von: K.P. am 25. September 2008

Sintra | Kultur Archiv

Alle mythischen Namen speichern Erzählungen. Und auch um Seteais ranken sich die Legenden, die ihn zum Sprechen bringen und mit dem Namen den Ort in die mythologische Landschaft Sintras einschreiben.

Diese Legende sind Geschichten vom Rand der Sprache, von Seufzern, in denen sich die Trauer vor dem Verstummen äußert.

Riefe man nur laut genug ai, so halte das Echo siebenfach zurück. Aber das Echo scheint seine Kraft verloren zu haben, oder es ist einfach nicht still genug.

Legende von Penedo da Saudade

Einst, so wird erzählt, saß in der Dämmerung eine maurische Prinzessin auf den Felsen, die heute Penedo da Saudade genannt werden, Sehnsuchtsfelsen, und verliebte sich in einen christlichen Ritter. Der zog nun in den Krieg und die Prinzess seufzte drei Mal tief vor lauter Sehnsucht. Beim siebenten Seufzer aber starb sie, durch einen Zauber erlöst von ihrem Kummer. Doch noch heute hörte man zur Erinnerung in den Tälern und Bergen der Serra de Sintra die Seufzer der Prinzessin widerhallen.

Legende von D. Mendo de Paiva und der Prinzessin Anasir

Von Seteais erzählt noch eine andere Legende, die ebenfalls zur Zeit der Reconquista spielt, als Sintra noch das maurische Xentra war. Und es scheint, als wolle diese Legende weniger den seltsamen Namen Seteais erklären, als die Brutalität eines einzelnen Mannes, des D. Mendo de Paiva, im christlich-maurischen Krieg.

Beim Versuch die hoch über Sintra liegende Burg zu erobern, traf D. Mendo de Paiva auf die Prinzessin Anasir, die gemeinsam mit ihrer Amme Zuleima zu fliehen versuchte. Voller Schreckt seufzte die Prinzessin “Ai”. Und als D. Mendo de Paiva sie gefangen nahm noch einmal: “Ai”. Ohne sich weiter zu erklären, flehte ihre Amme sie nun an, auf keinen Fall noch einen weiteren Seufer zu lassen. Doch als sich das christliche Heer näherte, seufzte die Prinzessin schon ein drittes Mal “Ai”.

D. Mendo de Paiva wollte die Prinzessin mit ihrer Amme auf eines seiner Landgüter bringen, die er in Sintra besaß. Und wie er sie bedrängte, auf sein Pferd zu steigen und drohte, wenn sie ihm nicht folge, müsse ihre Amme zurückbleiben, musste sie wiederum tief seufzen “Ai.” Schnell verliebte sich die Prinzessin in den christlichen Ritter, der sie längst heimlich verehrte und allen christlichen Mädchen vorzog.

Als die maurischen Soldaten immer weiter in die Nähe des Anwesens vorrückten, fürchtete Zuleima, dass der Verlobte der Prinzessin, Aben-Abed, jetzt ihren Verrat bestrafen wollte. Nun erzählte sie D. Meno, dass eine Wahrsagerin ihr einst prophezeit hätte, die Prinzessin müsse bei ihrem siebenten Seufzer sterben.

Inzwischen war aber die Prinzessin Anasir neugierig geworden und fragte sich, warum ihre Amme sich so wegen ihrer Seufzer sorgte, und seufte zu deren Schrecken ein fünftes und sechstes Mal “Ai”. Doch die verriet ihr Geheimnis nicht.

Nachdem nun D. Mendo zu einer Schlacht aufgebrochen war, dauerte es nur sieben Tage, da überraschte Aben-Abed die Prinzessin Anasir, die zum siebenten Mal seuften musste, als der Dolch des Mauren ihre Brust traf.

Verrückt vor Schmerz über den Tod seiner geliebten Anasir verfolgte D. Mendo fortan, graumsam wie kaum ein anderer seiner Zeit, den maurischen Feind.

Legende von D. Mendo de Paiva und dem schönen Maurenmädchen

Eine ähnliche Legende spielt ebenfalls vor dem Hintergrund der christlichen Eroberung Portugals, der so genannten Reconquista, in deren Verlauf 1147 die Truppen unter D. Afonso Henriques zuerst Sintra, dann Lissabon einnahmen.

Auf seinem Weg durch die Serra de Sintra fand der Ritter D. Mendo de Paiva das Tor zu einem Versteck, in das sich zahlreiche Mauren vor den Soldaten der europäischen Christenheit geflüchtet hatten. Unter ihnen befand sich ein schönes Mädchen mit ihrer alten Amme. Als das Mädchen bemerkte, dass ihr Versteck entdeckt worden war, seufzte sie vor Schreck "Ai". Die Amme ermahnte sie, auf keinen Fall noch einmal zu seufzen. Der Ritter aber hatte das Mädchen gesehen und nahm sie gefangen. Als sie das ihrer Amme berichtete, musste sie erneut vor Kummer seufzen. Und so konnte die Amme nicht anders, als dem Ritter den Fluch zu berichten, unter dem das Mädchen stand: sie werde an dem Tag sterben, an dem sie sieben Male seufzte. Und beim Erzählen dieser Geschichte seufzte das Mädchen schon zum dritten Mal. Als der Ritter beide zu seinen Gefangenen erklärte, das Mädchen und ihre Amme, seufzte sie wiederum. Die Amme war ganz verzweifelt, doch der Ritter erklärte, er glaube nicht an derartige Märchen und werde sie beide an einen sicheren Ort bringen. Und schon das Mädchen musste eines weiteres Mal seufzen. Als der Ritter sich kurz entfernte, kamen zwei Mauren, die seine Rede gehört hatten. Mit einem Dolch zerschnitt der eine von ihnen das Gesicht der Amme. Und so seufzte das Mädchen zum sechsten Mal. Der letzte, der siebente und tödliche Seufzer entrann dem Mädchen, als das Messer ihr auf die Brust fiel. Als Mendo de Paiva darauf zurückkehrte, gab er dem Ort zur Erinnerung an das schöne Maurenmädchen den traurigen Namen Seteais, Sieben Seufzer.

Zuletzt geändert am 30.09.2008 9:05:47 von K.P.

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Anasir D. Mendo de Paiva Legenden Penedo da Saudade Reconquista Seteais Zuleima .

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