Sintra, Glorious Eden

Sempre gostara muito de Sintra! Logo ao entrar, os arvoredos escuros e murmurosos do Ramalhão lhe davam uma melancolia feliz! (Eça de Queiroz)

... auf der Straße nach Sintra, immer näher an Sintra, auf der Straße nach Sintra, immer ferner mir selbst (Fernando Pessoa)

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Notizen aus Sintra

Lord Byron in Sintra - Landschaftsbilder

Von: K.P. am 17. August 2008

Sintra | Kultur Archiv

Byron gab mit seinem Gedicht zwar einer endlosen Werbekampagne den Slogan Cintra's glorious Eden vor, das touristische Bild der Landschaft aber hat er nicht geprägt.

Sintra ist auch von dämonischen Kräften belebt, denen alles Menschliche fremd ist. Noch ist, heißt das auch, das von Byron entworfene Bild eines romantischen Sintras nah am Erhabenen. Manche Szene des Gedichts erinnert an die Landschaften Caspar David Friedrichs und an Kants Schilderungen erhabener Größe. Die düstere Atmosphäre um den Genfer See mag sich hier bereits ankündigen; vor allem aber scheint Byron das Bild Sintras als Reflex seiner in Schottland verbrachten Kindheit zu entwerfen.

Zedlitz hat dieses Bild in seiner Übersetzung vielleicht nicht bemerkt, aber doch gerade mangels authentischer Erfahrung der Landschaft deutlich hervortreten lassen.

Bei Zedlitz erscheint Sintras neues Eden mit Berg und steilen Schluchten, Klippen, sonnlosen Bergklüften, Felsrevieren, Tiefen und Abgrund. Fast unvermittelt tauchen zwischen dem grauen Kork, das Zedlitz gleichsam in die schattige Berglandschaft integriert, und dem braun von glühnder Lüfte Wehn gewordenem Alpmoos, dem schattigen Gestrüpp der grüne Hag, Waldstrom, Waldstrom, Weinhügel und Weiden auf.

Zedlitz überzeichnet zwar das Bild, indem er die Requisiten deutscher Romantik beschwört. So ist von einem Abrund beim englischen Dichter ja gar nicht die Rede, sonder Byron schreibt:

The torrents that from cliff to valley leap.

Aber deutlicher als im Original wird auch, dass das Sintra, das Byron in seinem Gedicht (mit realistischer Absicht) beschreibt, nicht das ist, dass wir heute vor Augen haben. Byrons Eden ist eine Berg-, keine Parklandschaft. Hier geht man nicht spazieren, sondern lebt zwischen verlassenen Burgen und verfallenen Palästen als Eremit wie Honorius in seiner Höhle. Noch dominiert kein Zuckerbäckerschloss die dramatisch inszenierten Sichtachsen, sondern leben Mönche in Pena. Jenseits von Seteais, dem Palast der Marialvas, wo zum Entsetzen des Dichters französische Rhetorik britische Militärkunst besiegt hat, wenige Schritte nach Byrons Hotel, dem Lawrence Inn, beginnt in diesem Sintra die Wildnis.

Zuletzt geändert am 08.08.2008 22:33:23 von K.P.

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Caspar David Friedrichs Erhabene Landschaft Lord Byron Romantik .

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