Sintra, Glorious Eden

Sempre gostara muito de Sintra! Logo ao entrar, os arvoredos escuros e murmurosos do Ramalhão lhe davam uma melancolia feliz! (Eça de Queiroz)

... auf der Straße nach Sintra, immer näher an Sintra, auf der Straße nach Sintra, immer ferner mir selbst (Fernando Pessoa)

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Notizen aus Sintra

Thomas Bernhard in Sintra

Von: K.P. am 05. Oktober 2008

Sintra | Kultur Archiv

Ende Mai 1976 wurde der österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard vom Goethe-Institut eingeladen, in Lissabon und Coimbra Lesungen abzuhalten. Am Tag nach der Lesung fuhren Bernhard und Maleta nach Sintra, wo der "End- und Höhepunkt" des Tages ein Mittagessen im Palácio de Seteais war, das berichtet Gerda Maleta in ihrem Erinnerungsbuch "Tage mit Thomas Bernhard".

Aus dem Bericht Maletas wird nicht ganz klar, ob Bernhard zum ersten Mal dieses "Nobelhotel" besuchte oder es bereits kannte. Auf jeden Fall beschlossen er und Maleta, weil ihnen das Hotel so sehr gefallen hatte, fortan stets die letzten Tage ihrer Portugalreisen im Palácio de Seteais zu verbringen.

Wohl bei hrem ersten Besuch 1976 war das Hotel fast gänzlich mit Angolaflüchtlingen besetzt. Maleta berichtet, sie hätten bei ihren Spaziergängen an der Atlantikküste in keinem Hotel etwas zu essen bekommen, da die Hotels wie ihre Küchen in der Hand der retornados ("Vertriebene", sagt Maleta) waren.

Für beide wurde, denn kann man nicht auch aus großer Freude seufzen, Seteais, der "wirklich romantische" Palast der Sieben Seufzer, zum "Inbegriff aller positiven Seiten des Lebens".

Und in der Tat hat Thomas Bernhard das Hotel immer wieder besucht, wenn er sich in Portugal aufhielt. Dem Regisseur Peyman hätte er das Hotel empfohlen. Als Bernhard dort 1987 Prinz Charles und Prinzessin Diana gesehen hätte, sei ihm, so berichtet Bernhard, der Titel seines Theaterstücks "Elisabeth II." gekommen.(Zwischen Januar und März 1987 hielt sich Bernhard in Sintra auf.)

Benhard machte Spaziergänge nach Monserrate und an der Atlantikküste entlang. (Ob er tatsächlich von Seteais bis an den Atlanik wanderte, wird bei Maleta nicht ganz klar.) Die steilen Felsen der Atlanikküste erinnerten beide, so Maleta, an die Kalkfelsen von Caspar David Friedrich.

Fotos zeigen Thomas Bernhard am Praia Grande, die Nase im Wind.

Zum Zeitungkaufen fuhr Bernhard mit dem Bus nach Cascais und Estoril, wo es deutsche, österreichische und Schweizer Zeitungen gab.

(...)

Alle Zitate aus Gerda Maleta: Seteais. Tage mit Thomas Bernhard. 1992.

Thomas Bernhard liest aus "Ereignisse" (1976).

Zuletzt geändert am 07.10.2008 9:50:35 von K.P.

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