Sintra, Glorious Eden

Sempre gostara muito de Sintra! Logo ao entrar, os arvoredos escuros e murmurosos do Ramalhão lhe davam uma melancolia feliz! (Eça de Queiroz)

... auf der Straße nach Sintra, immer näher an Sintra, auf der Straße nach Sintra, immer ferner mir selbst (Fernando Pessoa)

Notizen aus Sintra

Von: K.P. am 01. April 2010 keine Kommentare

Verkehr Archiv

Ab Mitte Mai soll die Straßenbahn wieder von Sintra bis nach Praia das Maçãs fahren.

Geplant war die Wiedereröffnung der Strecke eigentlich schon für den April, aber auch dieser Termin konnte nicht eingehalten werden. Ob die Straßenbahn im Mai tatsächlich wieder bis Praia das Maçãs fährt - ich habe maeine Zweifel.

Zu diesem Artikel gibt es keine Kommentare .

Unter den folgenden Schlagworten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema:
Straßenbahn .

Von: K.P. am 07. Juli 2009 keine Kommentare

Verkehr Archiv

Auch in diesem Jahr kann (wie im Vorjahr) keine Fahrt mit der Straßenbahn von Sintra bis an den Praia das Maçãs unternommen werden.

Die Trasse zwischen Ribeira de Sintra und Praia das Maçãs ist seit den starken Regenfällen im Frühjahr 2008 außer Betrieb.

Nicht nur für Touristen ist die Fahrt mit der über hundert Jahre alten Bahn ein Vergnügen - und der Stadt ist das offensichtlich egal. An Hinweisen jedenfalls mangelt es, manch einer wartet vergeblich oder ist enttäuscht, dass die Fahrt nicht bis an den Strand führt.

Am Praia das Maçãs weist nur ein Zettel darauf hin, dass die Straßebahn hier nicht fährt.

Informa-se que por motivos técnicos este troço se encontra encerrado. A Câmara de Sintra pede desculpa pelos inconvenientes causados

In der englischen Version fehlt die Entschuldigung.

Laut der Zeitung Diário de Notícias sollen die nötigen Reparaturarbeiten nun in der nächsten Woche anfangen, auch wenn in der Verwaltung niemand weiß, welche Maßnahmen bisher überhaupt durchgeführt worden sind. Selbst wenn das der Fall sein sollte, wird es in diesem Sommer wohl wieder keine nostalgische Fahrt mit der Staßenbahn geben.

Fonte do gabinete da presidência assegura que as obras terão início na próxima semana.

Zu diesem Artikel gibt es keine Kommentare .

Unter den folgenden Schlagworten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema:
Straßenbahn .

Von: K.P. am 02. Juni 2009 keine Kommentare

Politik Archiv

Die Legião Portuguesa, 1936 gegründet, war eine dem Innen- und Kriegsministerium unterstellte paramilitärische Organisation im Estado Novo.

Aufgabe der Legião Portuguesa war, so hieß es, die Verteidigung des geistige Erbes der Nation, oder anders gesagt: der Schutz vor Liberalismus und Kommunismus.

In den 50er- und 60er Jahren war die Legião Portuguesa schließlich vor allem für die Verfolgung der politischen Opposition zuständig.

Auch in Praia da Maçãs hatte die Legião Portuguesa einen Sitz. Das Gebäude steht zur Zeit leer. (Pedro Macieira schlägt ein Museum für die jüngere Geschiche vor, an die sich kaum einer der jüngeren Leute mehr erinnere. Eine gute  Idee, wie ich finde.)

Zu diesem Artikel gibt es keine Kommentare .

Unter den folgenden Schlagworten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema:
Legião Portuguesa .

Immer wieder wurde der Praia das Maçãs zum Schauplatz dramatischer Badeunfälle.

Und deren Chronik reicht weit zurück.

1838

In seinem Werk "Cintra Pinturesca" berichtet der Visconde de Juromenha von einem traurigen Ereigniss im Jahr 1838, als drei badende Frauen aus der Gegend gemeinsam mit den Bademeistern zum Opfer der am Praia das Maçãs herrschenden gefährlichen Brandung wurden.

Nur eine Frauenleiche wurde an den Strand gespült, die anderen Toten wurden nie entdeckt.

1905

Am 28. September 1905 um 7 Uhr morgens brachen zwei Mädchen aus Mucifal, die vierzehnjährige Marcellina Rosa und die fünfzehnjährige Umbellina d'Assumpção, wie üblich nach Praia das Maçãs zum Baden auf.

(Interessant ist der Zeitpunkt, ein Tagesablauf, ganz und gar verschieden von dem heute Üblichen. Früh am Morgen sind auch die Bademeister bereits vor Ort und betreuen ihre Kunden.)

In der Baracke von João Claudio zogen sich die Mädchen um, und gingen dann mit dem Bademeister ein erstes Mal ins Wasser. Ausdrücklich warnte João Claudio sie auf dem Rückweg, allein einen weiteren Versuch zu wagen. Aber die Mädchen hörten nicht auf ihn. Denn während der Bademeister nun bereits mit dem nächsten Kunden im Wasser war, wurde er darauf aufmerksam gemacht, dass beide Mädchen vergeblich gegen die Brandung kämpften.

João Claudio versuchte beiden zu Hilfe zu kommen, konnte ein Mädchen noch am Badeanzug packen, doch die Gewalt der Wellen war stärker; auch tauchend gelang es ihm nicht, Marcellina und Umbellina zu retten. Völlig erschöpft, konnte sich der Bademeister kaum aus eigener Kraft an den Strand retten.

Als die Nachricht von diesem Unglück nach Mucifal gelang, machten sich die Eltern der beiden Mädchen gemeinsam mit anderen Leuten aus dem Dorf zum Praia das Maçã auf. Und dort spielten sich nun schrecklichen Szenen ab.

Die aufgebrachte Menge beschuldigte schnell die Bademeister, die ihrem Zorn, aus Wut wurden João Claudio, Afonso Lopes und José Daniel mit Steinen beworfen, nur dadurch entgehen konnten, dass sie sich ins Chalet Cunha und ins Zollbüro (posto fiscal) von Azenhas do Mar flüchteten.

Zu diesem Artikel gibt es keine Kommentare .

Unter den folgenden Schlagworten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema:
Praia das Maçãs .

Von: K.P. am 30. Mai 2009 keine Kommentare

Verkehr Archiv

Am 10 Juli (oder am 3. April 1904) wurde die Straßenbahnverbindung zwischen Sintra (Bahnhof) und Praia das Maçãs offiziell eröffnet.

Eine Probefahrt wurde am 27. März durchgeführt. 24 Minuten benötigte die Bahn für die acht Kilometer (?).

Seit dem 31. Januar 1930 fuhr die Straßenbahn bis nach Azenhas do Mar.

Das Terminal befindet sich heute in der Vila Alda; das Gebäude, bis zur Eröffnung vor den Augen des Publikums versteckt, wurde zu diesem Zweck eigens von der Stadt erworben.

 

Zu diesem Artikel gibt es keine Kommentare .

Unter den folgenden Schlagworten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema:
Straßenbahn .

Von: K.P. am 12. November 2008 keine Kommentare

Vermischtes Archiv

Gestern ist am Praia das Maçãs ein toter Delphin angespült worden.

Was für ein trauriges Szenario - und wie schön, wenn im Herbst die Küste von kleinen Delphinschulen passiert wird.

Zu diesem Artikel gibt es keine Kommentare .

Unter den folgenden Schlagworten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema:
Delphine .

Von: K.P. am 23. Oktober 2008 keine Kommentare

Kultur Archiv

Die Serra de Sintra war einst als Großes Vorgebirge oder Vorgebirge des Mondes bekannt.

Zu Zeiten des römischen Reiches, errichteten die ansässigen Völker einen Tempel, den sie zuerst dem Kaiser Augustus zu weihen gedachten, doch als dieser nicht einwilligte, Lua, der Göttin des Mondes widmeten. Weil diese bei den Griechen auch den Beinamen Cynthia trug, die vom Berg Kynthos Kommende, wurde in ihrem Namen der Ort Sintra gegründet.

(Anmerkung: Es ist zwar richtig, daß in seit der Mitte des 5. Jahrhundert v. Chr. wiederholt Versuche unternommen wurden, Apollon und Artemis mit den ursprünglich in Griechenland wenig verehrten Gottheiten Helios (Sonnengott) und Selene (Mondgöttin) gleichzusetzen, aber ursprünglich haben sie nichts miteinander zu tun.)

Zu diesem Artikel gibt es keine Kommentare .

Unter den folgenden Schlagworten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema:
Legenden Mond Sonne Mythologie .

Von: K.P. am 29. August 2008 keine Kommentare

Kultur Archiv

Auf dem Alto da Vigia, etwa vierzig Meter über dem Praia das Maçãs, waren noch zur Zeit der europäischen Renaissance die Ruinen eines Heiligtums zu besichtigen, das vermutlich ins 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr. zu datieren ist.

Bekannt ist das Monument seit 1505.

Sicherlich nicht entdeckt, denn die Leute aus Sintra werden von dem seltsamen Monument in ihrer Nachbarschaft gewusst haben, aber die lesenden Öffentlichkeit über die Ruinen informiert hat ein Mann aus Deutschland, Valentim Fernandes, auch Valentim de Morávia genannt, ein Freund Albrecht Dürers, der sich Ende des 15. Jhs. als Drucker in Portugal niedergelassen hatte und später in den Dienst von Königin D. Leonor trat, der Frau des Königs Dom João II.

Valentim Fernandes beschreibt drei Sonne und Mond (Soli et Lunae, Soli Aeterno Lunae, Soli Aeterno) geweihte prismenförmige Steinsäulen, deren Sockel mit zahlreichen Inschriften versehen und Teil einer noch erhaltenen, äußerst markanten Struktur seien.

André Resende hat die Aufzeichnungen des Druckers und Sammlers Valentim Fernandes in seinem Werk 1595 publizierten, aber schon dreißig Jahre früher verfassten Werk De Antiquitatibus Lusitaniae kritisch gewürdigt.

Nahe am Fuß des Gebirges, direkt auf dem Gipfel des Vorgebirges, das abrup zum Ozean hin abgeschnitten ist, befand sich einst ein Sonne und Mond geweihtet Tempel, von dem jetzt nur noch Ruinen am Strand (nas areias do litoral) vorhanden sind und Säulen, einige mit Inschriften, die den alten Aberglauben zeigen.

André Resende zufolge lautet die erste Inschrift:

Ao Sol e à Lua dedica Céstico Acídio Perene, Legado Augustal, Propretor da província da Lusitânia

Die zweite Inschrift:

Ao Sol Eterno e à Lua, pela eternidade do império e pela boa saúde do imperador Gaio Septímo Severo, Augusto e Pio, e do imperador César Marco Aurélio Antonino, Augusto, Pio ... César, e de Júlia Augusta, mãe de César, dedicam Druso, Valeriano Celiano ... e Quinto Júlio Saturnino e António

Die Inschriften der dritten, sehr großen Säule umfasse dreißig Zeilen in sehr kleiner Schrift, die aber durch die Zeit, die Witterung und das Meer unleserlich geworden seien.

In Deutschland sei dieser Ort beschrieben worden in dem Werk As Inscrições da Antiguidade Sagrada, das auch von einer auf einer Säule angebrachte Weissagung der Sibylle berichtet:

Es stürzen die Steine und mit ihnen die in Zeilen geordneten Buchstaben

Resende hält die Prophezeiung für eine Lüge und meint, bei den drei Säulen handele es sich eben genau um die, die er selbst gerade beschrieben hätte.

Ich weiß tatsächlich, dass Valentim da Morávia, der Verteidiger der Geschichte, ein guter Mann und berühmter Geschäftsmann, so wenig Latein kannte, dass er leicht von einem Betrüger belogen worden sein kann.

Die Legende der Weissagung lautete:

SIBILL. VATICINIUM OCCI | DIIS DECRETVM | VOLVENTER SAXA LITERIS ET ORDNINE RECTIS | CVM VIDEAS OCCIDENS ORIENTIS OPES. | GANGES INDVS TAGVS ERIT MIRABILE VISV | MERCES COMMVTABIT SVAS VTEROQ. SIBI. | SOLI AETERNO | AC LVNAE DECRETVM

Allerdings sind Inschrift wie Übersetzung in etlichen Varianten überliefert.

Frei Bernardo de Brito in seiner Monarquia Lusitana (1632) sieht eine Prophetie des portugiesischen Imperiums, einige Jahrhunderte vor dem Zeitalter der Entdeckungen. Ganges, Indo und Tejo kommunizierten und tauschten ihre Reichtümer miteinander aus.

Von Francisco de Holanda ist eine Skizze des Monumentes erhalten, die sicherlich zu einem guten Teil das Werk seiner Phantasie ist.

Der Gelehrte kannte sich in Sintra aus, war in der Gegend erfahren, als Junge hatte er sie gemeinsam mit dem Prinzen D. Luís, Duque de Beja, durchstreift, dem zweiten Sohn von König Dom Manuel I. Francisco de Holanda selbst erinnerte sich später an einen Ausflug im Sommer 1543; in diesem Jahr verbrachte der Hof unter König Dom. João III. seine erste Station in Sintra. Der Prinz ließ ihn aus Lissabon nach Sintra kommen, um gemeinsam die einige Jahre zuvor entdeckten Ruinen zu untersuchen.

Überliefert ist die Skizze in seinem Werk Da Fábrica que Faleçe ha Çidade de Lysboa von 1571. Holanda beschreibt das Monument als kreisförmige Anlage voll mit Säulen ... memorias dos Esperadores de Roma.

Auf seiner Zeichung ist dann eine kreisförmige Anlage zu erkennen mit sechszehn regelmäßig aufgestellten prismenförmigen Säulen. In der Mitte sieht man einen strahlende Sonne, vielleicht ein Mosaik; bei dem Gebilde links der Sonne könnte es sich um eine zunehmende Mondsichel handeln.

Bei dem Monument scheint es sich also um eine typisch römische Kompromissbildung zwischen imperialem und astrologischem Kult zu handeln. Ob es sich um einen Tempel oder um einen im Freien gelegenen Altar handelt, ist nicht klar. Spuren, die Hinweise auf einen archaischen Vorgänger des Heiligtums geben, sind nicht gefunden worden.

(Kann man dieses Monument als Konkurrenzprojekt zu einem Heiligtum auf dem Cabo da Roca sehen? Oder wird vielleicht das Cabo da Roca als sakraler Ort schlicht etwas zu hoch eingeschätzt? Was, wenn sich das wichtigste Kultzentrum am Praia das Maçãs, auf dem Alto da Vígia befunden hätte? Mit seinem Flusshafen war dieser Ort sicherlich wesentlich geschäftiger als sich heute ahnen lässt. Auch Priester brauchen Kunden. Und der Bericht des Avienus vom Kap Sagres macht ja deutlich, dass Kommerz in Umkreis heiliger Stätten nicht ungewöhnlich ist.)

Zu diesem Artikel gibt es keine Kommentare .

Unter den folgenden Schlagworten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema:
Mythologie Sonne Mond Rom Valentim Fernande André Resende Frei Bernardo de Brito Francisco de Holanda .

Von: K.P. am 30. Mai 2008 keine Kommentare

Kultur Archiv

In Praia das Maçãs wurde Alfredo Keils Vila Guida gerade restauriert. Und der Ort hat seinen vermutlich berühmtesten Einwohner mit einer Straße geehrte, der Rua Alfredo Keil im Bairro dos Afoitos. Die Straße verläuft von der Avenida do Atlântico bis zur Rua dos Afoitos. Außerdem geht die Travessa do Alfredo Keil von der Rua do Alfredo Keil als Sackgasse ab.

Zu diesem Artikel gibt es keine Kommentare .

Unter den folgenden Schlagworten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema:
Alfredo Keil .

Von: K.P. am 15. Mai 2008 keine Kommentare

Kultur Archiv

Alfredo Keil ist ein moderner Kult zu verdanken, dessen Schauplatz Praia das Maçãs bis heute ist.

Denn zugleich mit der Villa Guida entstand 1890 nur wenige Schritte entfernt die Nossa Senhora da Vila Nova da Praia geweihte Kapelle.

Die Hauptfassade ist schmucklos und einfach, ein ovales Fenster ziert den von einem dreieckigen Giebel beschlossenen Eingang. Insgesamt ähnelt der Bau der in Azenhas do Mar gelegenen Capela de São Lourenço. Keil fertigte Konstruktionsskizzen an und hielt auch die Inneneinrichtung im Detail fest. Wahrscheinlich vom Erzbischof aus Lissabon erhielt er einen pedra de ara für den Altar. Die Kapelle wurde mit einem Gedenkgottesdienst für den verstorbenen Vater des Komponisten, Johan Christian Keil, eingeweiht.

Der neue Kult wurde schnell populär. Und Keil entschloss sich, die Kirche für die Bevölkerung zu öffnen. Aus einer Privatveranstaltung wurde schließlich ein Volksfest. Keil hatte die Idee einer jährlichen Prozession, deren Legende sein Freund Henrique Lopes de Mendonça strickte. Das der Nossa Senhora da Vila Nova da Praia gewidmete Gedicht wurde gedruckt (em pegelas) und an die Teilnehmer des Festumzugs verkauft.

[bild:38]

Seit 1893 ist Praia das Maçãs der Schauplatz einer modernen Prozession, die Jahr für Jahr am letzten Sonntag im September stattfindet. Und das religiöse Spektakel, das an die zweihundert Reiter und 100 blumengeschmückte Wagen über die neue Estrada de Praia das Maçãs durch Pinienwälder und an Weinbergen vorbei bis hinunter zum Strand führte, dürfte nicht wenig dazu beigetragen haben, dass der Ort bekannt wurde, wuchs und die Einwohnerzahl beständig stieg.

Nur fünf Jahre nach ihrem Bau musste Keil die Villa Guida wieder verkaufen. Ein Teil des Hauses war eingestürzt und Keil, der ein enormes Vermögen in seine in Praia das Maçãs komponierte Oper Irene gesteckt hatte, konnte vermutlich die Kosten für den Wiederaufbau nicht tragen.

Zu diesem Artikel gibt es keine Kommentare .

Unter den folgenden Schlagworten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema:
Alfredo Keil Villa Guida Ermida de Villa Guida .

Von: K.P. am 15. Mai 2008 keine Kommentare

Kultur Archiv

Bevor sich Keil 1907 auf die Reise nach Nürnberg machte, wo eine Operation auf ihn wartete, in die er wenig Hoffnung investierte, ging er ein letztes Mal auf den Klippen zwischen Praia das Maçãs und Azenhas do Mar spazieren.

Ein Fotografie zeigt den schwer erkrankten Künstler, gestützt von einem Freund, auf dem Weg durch die Landschaft, die er liebte und deren singuläres Bild in seinem Werk festgehalten und überliefert ist.

Ende des 19. Jahrhunderts war Praia das Maçãs eine von Pinienwäldern gesäumte Dünenlandschaft, eine Stunde Fußweg von Colares entfernt. Die Bewohner der Region wussten allerdings den Charme dieses abgelegenen Ortes zu schätzen und besuchten im Sommer gerne den Strand an der Mündung des Rio das Maçãs.

Auf Initiative von Luís de Almeida Albuquerque, Joaquim de Vasconcelos Gusmão und António Maria Chaves wurde 1884 eine Straße gebaut, die von Colares bis an den Strand führte. Und mit der besseren Verkehrsanbindung entstanden 1888/1889 auch die ersten Häuser in Vila Nova da Praia, deren Besitzer Manuel Prego, der Bademeister des Ortes, und der Priester António Matias del Campo waren.

Keil zog mit seiner Familie regelmäßig in die Sommerfrische nach Colares. Zahlreiche Werke aus den 80er Jahren sind Landschaft und Menschen der Region gewidmet.

Aber mehr noch als dem lieblichen und schattigen Colares scheint seine Liebe der rauen und wilden Atlantikküste gegolten zu haben. Bei der Suche nach einem Grundstück fiel seine Wahl auf Vila Nova das Praia; und die nach seiner einzigen Tochter Guida benannte Villa des Künstlers sollte das dritte Haus des Ortes werden.

Der in T-Form errichtete Sommersitz folgt zwar einem Modell, das um die Jahrhundertwende in der Serra de Sintra in Mode war, doch steckt die Schönheit der Villa Guia gerade in seiner bescheidenen und fast zierlichen Erscheinung. Bis auf die Einfassung am Dach fehlt jede Dekoration. Der Haupteingang ist genau so wie der kleine Balkon zum Strand und zu den Klippen hin ausgerichtet. Das Gebäude umfasst drei Stockwerke; das Souterrain wurde zur Aufbewahrung von Geschirr und als Ähnlichem benutzt, der erste Stock diente dem Empfang von Gästen und gesellschaftlichen Ereignisses, das Obergeschoss war nach dem bürgerlichen Geschmack der Zeit der Familie vorbehalten. Die Voluten, die heute unterhalb des Daches zu sehen sind, stammen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, ein Versuch, der Villa einen aristokratischen Ton zu geben.

[bild:39]

Die Grundrisse der Villa stamen aus der Hand von Keil selbst; doch scheint dessen Entwurf aus der Not geboren zu sein. Denn auch von Luigi Manini, dem Freund und Bühnenbildner am Teatro São Carlos in Lissabon, sind Skizzen für das Haus am Praia das Maçãs bekannt. (1888 hatten Keil und Manini gemeinsam an der Inszenierung der Oper Branca gearbeitet.) Das mit seinen mächtigen Fenstern und einem herrschaftlichen Portal an klassizistischen Vorbildern orientierte Projekt des Szenographen fällt allerdings wesentlich monumentaler aus.

Wahrscheinlich waren es finanzielle Gründe, die Keil veranlassten, das Haus nach seinem eigenem Entwurf bauen zu lassen. Einen einen beträchtlichen Teil seines Vermögens hatte er in die Oper Dona Branca investiert, die am 10. März 1888 in Lissabon zur Uraufführung kam; und nach dem Tod seines Vaters fielen dessen Einkünfte aus der Schneiderei aus, so dass Keil nun stärker als bisher die Familie unterstützen musste.

Später wurde die Vila Guida vom Dichter und Schriftsteller Delfim de Brito Guimarães erworben.

Zu diesem Artikel gibt es keine Kommentare .

Unter den folgenden Schlagworten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema:
Alfredo Keil Luigi Manini Villa Guida .

Von: K.P. am 14. Mai 2008 keine Kommentare

Religion Archiv

Der Text ist auf die Schnelle übersetzt, poetische Qualitäten sind in keiner Weise beabsichtigt. Vielleicht folgt noch eine sorgfältig überarbeitete Version.

I.

In längst vergangenen Zeiten,
Als der grimmige Maure
Täglich niedermetzelte
Den tapferen Christ,
Und die Elenden in ihrer Bedrückung
Durch solch schreckliche Raubzüge,
Inmitten dieser schroffen Gipfel
Beschwörten sie mit Schreien,
Die Heilige Jungfrau, flehentlich,
Zu Ihrer Rettung:

Erhöre mich Junfrau vom Strand
Mit Deiner goldenen Krone
Befrei mich von allem Bösen
Denn von mir wirst du verehrt

II.

Am einem öden Ort, einsam,
Zwischen Strand und Wassermühlen,
Die spitzen Gipfel durchquerend,
Geht ein armer müder Mann.
Von der Welt schon verlassen,
Hat er seine Freuden verloren,
Und hätte seine Tage beendet,
Durch solch grusamer Qual
Wenn nicht am Rande des Abgrunds
Er verzweifelt geschrien hätte:

Erhöre mich Junfrau vom Strand
Mit Deiner goldenen Krone
Befrei mich von allem Bösen
Denn von mir wirst du verehrt

III.

Inmitten der blau schäumenden Welle
Eine reines und liebliches Mädchen
Spielt sorglos im Wasser
Ruhig und vertrauensvoll;
Als eine riesige Welle
Sie plötzlich verschlingt;
Sie fühlt wie Sie das Leben verliert
Die unselige Unglückliche so schön,
Als Sie ernst beschwört
Dieses Gebet in ihrem Geiste

Erhöre mich Junfrau vom Strand
Mit Deiner goldenen Krone
Befrei mich von allem Bösen
Denn von mir wirst du verehrt

IV.

Tosend die See in zorniger Wut
Mit einem großen Schlag
Und das Fischerboot
Treibt herrenlos.
Der kalte nackte Felsen
Weist allen den Tod;
Doch entrannen sie dem Schicksal
Die armen Fischersleute,
Als ihrer Klage
Diesen Angstschrei entsprang

Erhöre mich Junfrau vom Strand
Mit Deiner goldenen Krone
Befrei mich von allem Bösen
Denn von mir wirst du verehrt

Zu diesem Artikel gibt es keine Kommentare .

Unter den folgenden Schlagworten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema:
Alfredo Keil Ermida de Villa Guida Henrique Lopes de Mendonça Nossa Senhora da Villa Nova da Praia .

Von: K.P. am 13. Mai 2008 keine Kommentare

Religion Archiv

Der Text der Legende, deren Kult Alfredo Keil in der Ermida de Villa Guida gestiftet hat, stammt von Henrique Lopes de Mendonça, der auch den Text der portugiesischen Nationalhymne verfasst hat.

I.

Em tempos que já la vão,
Quando a moirama bravia
Trucidava a dia a dia
O valeroso christão,
Os míseros na afflicção
De tão cruéis correrias,
Entre estas penedias
Imploravam em gritos
A Virgem Santa, afflictos
Para a sua salvação:

Valei-me Virgem da Praia
Com vossa c'rôa dourada,
Livrai-me de todo o mal
Que por mim sois adorada

II.

Em sítio ermo, isolado,
Entre a Praia e as Azenhas,
Transpondo as agudas penhas,
Caminha um pobre cansado.
Já do mundo abandonado,
Perdeu suas alegrias,
E finarias seus dias
De tão cruel supplico
Se à beira do precipício
Não gritasse desesperado:

Valei-me Virgem da Praia
Com vossa c'rôa dourada,
Livrai-me de todo o mal
Que por mim sois adorada

III.

Entre a vaga azul espumante
Casta donzella formosa
Brinca n'agua descuidosa
Tranquila e confiante;
Eis quando a onda gigante
A involve de repente;
A vida fugir-lhe sente
A pobre infeliz tão bella,
Quando implora singela
Esta prece em sua mente:

Valei-me Virgem da Praia
Com vossa c'rôa dourada,
Livrai-me de todo o mal
Que por mim sois adorada

IV.

Ruge o mar em fúria irado
Com imponente fragôr,
E o barco do pescador
Nevega desgovernado.
O frio rochedo escalvado
A todos aponta a morte;
Escaparam, porém, à sorte
Os pobres pescadores,
Soltando em seus clamores
Este grito angustiado

Valei-me Virgem da Praia
Com vossa c'rôa dourada,
Livrai-me de todo o mal
Que por mim sois adorada

Zu diesem Artikel gibt es keine Kommentare .

Unter den folgenden Schlagworten finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema:
Alfredo Keil Ermida de Villa Guida Nossa Senhora da Villa Nova da Praia Henrique Lopes de Mendonça .

Stadtführungen und Wanderungen durch Sintra

Wenn Sie an einer Wanderung durch die Serra de Sintra oder einer individuellen Stadtführung durch Sintra interessiert sind, benutzen Sie bitte das Kontaktformular.

Werbung

Neue Kommentare

  • Test in Test von K.P. am  27. April 2008 um 02:01 PM

Stadtführung Lissabon

Sie wollen Lissabon auf individuelle Weise kennenlernen? Dann besuchen Sie Stadtführungen durch Lissabon.

Aktionen

Das Kasino von Sintra

In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts wollten einige Männer der Stadt Sintra ein neues Gesicht verpassen. Das Unternehmen ist mehr oder weniger gescheitert, was bleibt, ist eine leichte Irritation. Notizen zur Geschichte des Kasinos. [ Mehr ... ]

Wein aus Colares

Westlich von Lissabon, zwischen der Serra de Sintra und dem Atlantik liegt eines der kleinsten, aber auch eines der berühmtesten Weinbaugebiete Portugals. Notizen zu seiner Geschichte. [ Mehr ... ]

© Copyright 2008 Dr. Karsten Poppe